-96 Der Oden drittes Buch.
Eoll ich mich vielleicht erkühnen,Dir durch ihren Ruhm zu dienen,
Weil doch deiner Freundinn PreisDich allein zu laben weis?
Recht! Ich will den Griffel schärfen,Und dir dein verlohrneö Gut,
Deiner Gattinn Werth entwerfen,Schönheit, Tugend, Geist und Muth:Warlich, dieses Bild kömmt dirTröstlicher, als alles, für.
Doch, was kan ich bessers schreibenIhren Ruhm recht hoch zu treiben,
Als daß du ihr selbst die Hand,
Ja dein Herze zugewandt?
Die, fürwahr, der sich vor allenEines Mosheims Herz ergiebt;
Die, so einer Brust gefallen,
Welche nichts gemeines liebt;
Die verdient es zweifelsfrey,
Daß ihr Nachruhm ewig sey.'
pflegt die Brüt gemeiner Seelen,Nichts, als Geld und Gut, zu zählen,Wenn sie mit verstellter GlutDen verliebten Antrag thut:
So besiegt erhabne GeisterNichts als Großmuth und verstand;Nichts, wird ihrer Triebe Meister,
Als was Mosheims Seele band;
' Nichts, als was die Braut geziert,
Die ilM einst das Herz entführt.