Z64 Vierzehnder Gesang.
Dieß ist dein Ebenbild, erblichne Canzlerinn!
So schildert unser Schmerz den ungestörten Sinn,
Der dich bisher geschmückt; an Tugend und Verb""Warst du gewiß der Preis der Stillen in dem La"^'Ein Anker hielte dich, das war die Frömmigkeit,
Die mitten in dem Strom und Strudel dieserEin Herze sicher macht, und mitten in den Stürme"Der schnöden Eitelkeit die Seelen kan beschirmen-
Aein Ehstand war gewiß ein ruhig Paradies/
Wo Lieb und Eintracht sich in voller Schönheit wie,Wo Treu und Zärtlichkeit dein Ehgemahl vergnügtWenn beyder stille Glut kein Unglückösturm besiegtWie keiner Wolken Flor des Himmels Antlitz decktDa, wo des Atlas Haupt sich durch die Luft erstreb'So war, o Canzlerinn! die wir itzund beklagen,
Dein Ehstand, wie ein Jahr von lauter stillen Tagt .
Äöie sanft war nicht dein Wort und angenehm^
Wie klug die Kinderzucht! Wie wußtest du denDer wahren Gottesfurcht so meisterlich zu legen/ ^Wenn andre nur ihr Kind der Welt zu opfernDarum gelung dirs auch! darum sahst du so ft"^ -Die höchsterwünschte Frucht der angewandtenDarnach viel Tätern sich mit gar zu späten Thränt ^Aus eigner Schuld sehr oft, wiewohl vergebens/ n"
Ihr alle, die ihr sonst die Seligste gekannt,Gesteht, wie theuer sie der Liebe festes BandIn Einigkeit bewahrt. Ihr Armen! laßt uns nlWie eifrig ihre Hand im Wohlthun stets gewesen-^^hNahm sie der Hochmuth ein? Hat sie der StolzDaß sie des Nechsten Noth nicht willig angehet -
Nein! keine Grausamkeit hat ihr das Herz vers). ^
Weil oft ihr Augenbrunn aus Mitleid selbst 6