Buch 
Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
433
JPEG-Download
 

lpi

se>''

-i>i

Andre Elegie.

4ZZ

l!„d

^iho, leider! sinkt die andre Stütze hin;

^kheure Vater folgt der Mutter nach dem Grabe.

M ^ kömmt es, daß ich nicht sogleich des Todes bin,Bekümmernis noch Geist und Leben habe?ll^ie, wenn ein Ungestüm durch dicke Wälder fährt,gesetzten Stamm der stärksten Eichen fället,nicht nurStrumpfu.Stiel aus seinen Wurzeln kehrt,^ auch Zweig und Ast zersplittert niederfallet:

^^ sollte die Natur, bey treuer Aeltern Grab,

^ ihrer Kinder Zahl zum kühlen Staube schicken,

"ö die, durch deren Kraft sie uns das Leben gab,

^ schleuniger, als uns, der Eitelkeit entrücken.

Enn wie des Gipfels Pracht, der seinen Baum geziert,Langer, als der Stamm, in vollem Wachsthum grünet;

so bald der Blitz den festen Stamm gerührt,^plötzlich niederstürzt und kaum zu Reisern dienet:

^ ? trägt xw Vater zwar die Seinen hoch empor,

^ htt, ex pfleget sie, er weis sie auch zu schützen:ßxj^in so bald er stirbt, weis niemand, wie zuvor,

^ ^endes Geschlecht mit gleicher Ksast zu stützen.

Merkt es beyde wohl, betrübtes Brüderpaar!u ^ schon alt genug, das Unglück zu begreifen;

^ w > "'E'l ihr wohl versteht, was euer Vater war,

> ">sm sich bey euch die zärtsten Thränen häufen.

^ Mein Schwesterchen! bist ißo vaterlos,

^ EM du schon mit uns der Mutter Grab beweinet;

^ Örtliches Geschlecht macht deinen Schmerz so groß,^ iner Brüder Gram gedoppelt leichter scheinet.

^ Mmmt hinführo sich wohl deiner Wohlfahrt an?h °Egk für Unterhalt, für Kleidung und Erziehen?

^ soll ^ s^öer dir damit nicht dienen kan!le künftig hin dein Glück beständig blühen.Ee

Wie