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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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455
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Neunte Elegie. 45z

er sich nur nichts aus unserm Blut erkohren!dr. träf uns dieser Fall fürwahr nicht halb so hark.

°^ten wir an ihm ein fremdes Haupt verkehren!

^0 würd uns durch sein Grab nur halb so viel verscharrtHerwegen wir auch seiner Freundschaft Proben,

^ ^^krachten wir den Trieb, womit er uns geliebt:

^ibt sein seltner Ruhm vor Tausenden erhoben,

° bleibt auch unsre Brust gedoppelt stark betrübtMancher Blutsfreund lacht bey seiner Freunde Jammer;

leugnet durch die That die Wirkung der Natur?fließt man solche nun in ihre Todtenkammer:

sieht nran nirgendwo der Thränen mindste Spur.seufzen um ein Haupt, das uns mit VatersinnenHerzen zugethan und stets gewogen war.

^ suchten wir sein Herz stets besser zu gewinnen,

^ theils both er selber uns stets neue Proben dar.

Umgang war beliebt, sein Scherz und Ernst erlesen,h^^n Herz voll Redlichkeit, die Lippen voller Treu:

^urz, sijn ganzes Thun und ungemeines Wesenund gerecht und von Verstellung frey.bleibet sein Verdienst, warum wir ihn verehren?

> Die echte Gottesfurcht und Rechtögelehrsamkeit,.^leißches Nächsten Wohl durch Rath ».That zu mehren,^.^was für Tugenden er sonsten sich geweiht.

stellen, wo das Recht in unserm Leipzig wohnet,

!^hr Häustr, wo das Schwerdt der strengen Themis blitzt,wan die Bosheit straft, wo man die Tugend lohnet;wißt, wie oft sein Mund der Unschuld Haupt beschützt.

ustre nur der Neid auf redliche Juristen,

doch Asträens Volk, der Städte Seulen sind:^Mau mit Grund verwirft, trifft schnöde Rabulisten,^gleichen Unkraut sich in allen Ständen stndt.

Ff 4

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