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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Andres Schreiben.

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II. Schreiben.

An Herrn M. Weßer^

bey seiner Promotion in Halle.

1724.

)ein Freund! dem die Natur mehr Gaben eing^,/,> Als sich ein andrer wohl kaum halb zu wünschendUnd dessen muntrer Kopf in wenig ViertelstundenMehr Witziges erdacht, als Mops im Jahr erfund^VMein Freund! wenn ich bisher ganz unempfindlich ^Und kein verdientes Lied zu deinem Ruhme schrieb:

So mochtest du vielleicht von deinem Freunde denk^/Er wolle dir aus Stolz kein Lobgedichte schenken.

Allein, das ist gefehlt. Dein Argwohn trüget,Mein Hochmuth hat nicht Schuld, ein Zweifel schreck^Ich wollte mich nicht gern auf den ParnassuS dringtUnd durch ein hartes Lied von deiner Ehre singen-Ich kenne meine Kraft und meine Schwache schon!

Ich bin nicht so beglückt, als mancher Musensohn,

Der »»gezweifelt glaubt, daß seiner Cyther.Seyt^

Mit aller Alten Kunst um Rang und Vorzeigst^Der inGedanken steht, Homerus und Virgil,

Die Wunder der Natur, beneiden ihm sein SpiebWeil Midas und sein Chor, die seine Lieder hören,

Aus lauter Unverstand den harten Ton verehren.

Ach nein, gelehrter Freund! so glücklich bin ich ESo bald ich dichten soll, erröthet mein Gesicht- ^