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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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492
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49- Sechstes Schreiben.

Dein erster Anschlag hieß, die Denk- und Redekunst. «.Ein Schwätzer, der nicht denkt, verhandelt Wind und D"Ein Grübler, der doch schweigt, ist fast ein Klotz zu ner^Hingegen du verknüpfst, was andre vielmals trennen/Und was der wissen muß, der was zu lernen denkt.

Wen nicht ein gleicher Trieb zu beyden Künsten lenkt/Wird mit genauer Noth, nach vielerley Beschwerden/Ein Wunder unsrer Zeit, ein Strohkranzredner we^'

Dein andres Blatt, o Freund! schrieb weise Regelt^Wie man recht tadeln soll. O wie so mancher Th^Der dieses nicht verstund, hat sich so gar vergessen,

Und andrer Leute Kleid nach seinem Rumpf gemessenDu weist wohl, daß ein Fleck kein Zierrath heißen ka",Und daß ein Tadelblatt nichts Thörichtes gethan,

Das Laster, Laster hieß; und Tugend, Tugend nannte ^Wenn manchergleich für Grimm das arme Blatt verbr^Das ihm die Beulen stach. Zwar eine Spötterzunft'Die nichts als lästern kan, und voller UnvernunftAus Splittern Balken macht, und jeden sucht zu rupst ^Viag sich bey deiner Schrift beschämt die Nase zupst^sDoch wenn em Wahrheitsfreund, aus billigem Verds^Daß stets die Thorheit herrscht, die Tugend weichtDer WespenNest gestört,und manchen Schwärm vertat ^Dem hat dein Kiel, o Freund! die Rettungsschrift geO^

Wir schweigen diesesmal von deiner letzten Sch^Die, gleich den vorigen, was wichtiges betrifft.

Sie wies den sichern Grund/ wie man Philosophie"

Und Weisheit suchen soll. Auch daraus ist zu sp"^ ^Daß deine Fähigkeit noch täglich wächst und steigt .

Und daß dein muntrer Fleiß sich stets beschäfftigt ' hi!

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