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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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503
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ix. Schreiben.

An Jungfer L. A. V. Kulnms.

1727. den 19 Oktober.

Poetinn! zürne nicht, daß sich ein Fremder wagt,^und dir den treusten Dank in schlechten Reimen sagt,^ dein Geschenk verdient. Die allerliebsten Zeilen,

^ du durch unsern Freund, mir neulich zu ertheilen^eigt beliebet hast, erfordern zweifelsfrey,ich dir, schönes Kind! dafür erkenntlich sey.wie stell ichs an ? Was giebt dein Knecht dir wieder ?^ ^se ganz entzückt die geisterfüllten Lieder,mir zugesandt; und seufz in meinem Sinn:schade, daß ich doch so weit von Danzig bin!

^ Zärtlich wollt ich dir allda zu danken wissen?

^ zärtlich wollt ich nicht die schönen Hände küssen,

^ °>n so muntrer Geist belebt, bewegt und rührt;er den Dichterkiel, trotz allen Männern, führt,ich bin entfernt! Wer kan durch achtzig Meilen,

^ ^ Dankbarkeit, die du verdienst, ertheilen?

^ kenne dich so gar nur deinem Geiste nach:

Geiste, der so stark aus jeder Zeile brach,

T)ak^ zugesandt; so, daß ich schweren sollen,

^ p deine Mutter sich in dir verjüngen wollen.

^ d)eis, was Fischer mir von ihrer Klugheit pries;

^ Gerlach, sich in Leipzig sehen ließ.

j Eriche schon Famens Mund von ihrem seltnen Wesen;! 'ch hab es selbst von ihrer Hand gelesen,li,^ be für Geist, Vernunft und Wissenschaft besitzt,wie die Weisheit ihr aus allen Worten blitzt.

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