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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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513
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^er

Zwölftes Schreiben.

^ Nicht aus blinder Lust dem ersten Liebreiz weicht,

^ den Verstellungsstor vom Angesichts streicht,

^ ^>Nn die Schönen sich fast überall verstecken,

?b als ein weiser Mann die Herzen kan entdecken;wer vernünftig freyt, der freyet so, wie du,folget Lust und Glück, demschneyt der Segen zu;giebt sein Hochzeittag durch süsse Morgenblicke,

^ einen Vorschmack ab, von zehnfach grösserm Glücke,

^ ^och, edler Bräutigam! dein künftiges Gemahl^straft auch äusserlich nicht die getroffne Wahl.

Anmuth der Gestalt, die reizenden Geberden,

^3, Stellung und Person sind werth geliebt zu werden.^ wählst, wie Opitz that. Verwirf das Beyspiel nicht,weift, daß man von ihm mit vielem Lobe spricht;

^ war ein Edelmann, obgleich nicht so gebohren,

Stamm entstund mitihmundgiengmitihmverlohren.klebst die Dichtkunst auch, und legest den Geschmackd^ bchwans von Poberfeld, durch Proben, an den Tag;Hg weist, daß ein Poet am allerbeßten wisse,

^ küsse,iswürdig ist und was man lieben müsse.

^ liebte nun der Mann? Die lange Vandala.

band das schwarze Haar der wilden Flavia.

D ° letzte, wie er schreibt, mit ihren schwarzen Augen,

so Mark als Blut aus Bein und Adern saugen,stxhe da dein Bild. Was Opiß einzeln fand,

^8

°ht dir

in deiner Braut verschwistert an der Hand.

V ,'wießt ein heisser Sttal aus deiner Vihthum Blicken,E ^berngleicher Leib kan deinen Geist entzücken,

^ 'hr pechschwarzes Haar vergleichet sich der Nacht,

° aller Sterne Glanz gedoppelt heiter macht.

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