Fünfzehntes Schreiben. 52z
weis ich doch von dir, daß deine Schüchternheit^ Lehrertitel schon vor einem Jahr gescheut;
^ VZittenberg ihn dir mit innigstem Behagen,
Deicht nicht ohne Grund, von sechsten angetragen.
^ wer die Ehre selbst so klug verschieben kan,
^ nimmt den Titel nicht des Titels halber an;
^ will die Würdigkeit durch Werk und That bezeugen,^st würd er nimmermehr auf die Catheder steigen.
^>>eß konntest du, mein Freund! drum hoff ich viel von
K . dir.
^ kömmst und pralest nicht mit der erkauften Zier^ blauen Lehrerschmucks; an dem die Wissenschaftertzy? Man besitzen soll, doch ohne dem nicht haften.
! Mancher hat ihn nicht, und ist dennoch gelehrt!
^ Mancher trägt ihn auch, wiewohl er nie gehört,wahre Weisheit ist; der die Vernunft verdammet,^ deren Lehren doch sein Meistertitel stammet.
den, der sie verdammt, verdammt sie desto mehr,säuret ihr Geschick, beklagt den Mißbrauch sehr,
Zur Regel wird. Wie ? spricht sie, meine Feindewtt man öffentlich für meine treusten Freunde?
! so mich nie gesehn, und ehr Schlaraffenland,
^ ^ geweihten Fuß des Helikons gekannt;
^ so von Sinnen stumpf theils sind, theils bleiben sollen;
^' so mich ungescheut zur Närrinn machen wollen;
^ ^ so mich oft geschmäht, (verkehrte Raserey!)
^ b ich dem Himmel gram, des Glaubens Feindinn sey:^ Mnnet man nach mir? die heißt man meine Söhne?
spottet man mich so? Was soll mir das Gehöne?^damrnt sey jeder Kranz! der solche Scheiteln schmückt,^ Reich der Wahrheit stört, der Weisheit Ziel verrückt,
Uud