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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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524
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524 Fünfzehntes Schreiben.

Und mir zum Schimpfe dient. Ich fliehe von der Er^Dafcrn mein Heiligthum so soll entweihet werden.

Doch fliehe nur noch nicht, Minerva! meine Lust!

Es weiht sich hier und da noch manche treue BrustZu deinem Dienst und Ruhm. Es finden sich nochDie dich zur Führerinn des ganzen Lebens wählen;

Die deinen hohen Preis recht gründlich eingesehn.

Die sind der Kränze werth! drum laß es nur geschehn,Daß deine Pracht sie schmückt. Sie werden sich befleißtZu seyn, was andre nur begierig sind zu heiffen.

Sie werden deinen Glanz aus Nacht und Nebel ziehst,Sie werden stets die Spur des Unverstandes fliehn,

Und, wie Ernesti, einst durch hundert klare ProbenErweisen, daß du sie zu deinem Ruhm erhoben.

Tritt denn, erhöhter Freund! zur Philosophenzutch,Und lehre den Gebrauch der richtigen Vernunft;

Der unerschöpften Kraft, die Gott in uns geleget, , .Der Kraft,dadurch derMensch desSchöpfersBildniß tt^Komm! zeige, daß Vernunft und Wahnwiß zweyer^Das erste Gottes Werk, das andre menschlich sey;

Ja teuflisch noch dazu: Daß jene Tugend lehret,

Wenn man nur übt und thut, was man von ihr gehört >Und dieser Lastern fröhnt, ja ins Verderben stürzt. <Freund! wird dein Lehrerftand durch dieses Salz gewürjSo wird man einst von dir und diesem Tage lesen,

Er fty weit glücklicher, als mancher denkt, gewesen.

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