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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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542
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542 Zwey und zwanzigstes Schreiben-

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XXII. Schreiben.

An

Se. Königl. Majest.inPohlckFriedrich August.

I. f- N.

>wey Monat sind es fast, o gnädigster August! «

'Als dein getreuster Knecht mit hartbeklemmter ^Vor deinem Throne lag, sein Flehen und sein BittenIn deinen Vaterschooß mit Wehmuth auszuschütten.Dein gütiger Befehl erlaubte, was geschah,

Daß ich dein Angesicht in solcher Nähe sah,

Dein göttlich Angesicht, das nur der Bosheit dräuet,Und jeden Unterthan, der redlich ist, erfreuet.

Du selber riefest mich in dein Gemach hinein;

So gnädig wolltest du vor tausend Fürsten seyn,

Die, wenn der Bürger Noth sie zwinget anzuklopfenTyrannen ähnlich sind, und Ohr und Herz verstopfe"'

Nein, Herr! so herrschest du in deinen LändernDu hast ein Vaterherz, das für Erbarmen bricht,

Wenn seine Kinder ihm des Kummers Größe klagen»Und ich kan selbst davon aus eigner Fühlung sagen-Du, Herr! befreytest mich von meiner Dienstbarst;Und o! wie ungemein ward ich dadurch erfreut!

Mein ganzes Herz empfands; mein Kummer war g

chen,

So bald dein sanfter Mund mich selber losgesprochen ^

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