546 DreyundzwanzigßesSchreiben.
Warum ich dich gerühmt. Die Welt verlangt waSUnd giebt uns eher nicht ein gütiges Gehör,
Als bis man öffentlich was sonderbares findet,Woraufman denn das Lob berühmter Häupter gründet.«Daher geschieht es denn, daß oft ei/l Namensfefi,
Ost noch was wenigers, den Anlaß finden läßt,
Zu preisen, wen man ehrt. Allein das heißt gezwung^'Drum hab ich meinen Reim dir so nichk aufgedrungen«
Man sprach, der Sachsen Haupt, (welch ein gerechterAugustuS, hätte dich in seinen Rath gestellt,
Der Hof und Land regiert. Es war auch kein Gedicht
Die Wahrheit schuhte selbst das flüchtige Gerüchte.
Du hattest in der That die Ehre längst verdient,
Ob deine Demuth gleich sich niemals recht erkühnt,
So hoch empor zu sehn; und gar das Glück zu zwingtDurch Gunst u. Geld, den Lohn für dein Verdienst zu bri"^Wie rühmlich war dirs nun, was dazumal geschah,
Daß Hof und König selbst auf jeden Vorzug sah,
Der dich vor andern schmückt, und ohne dich zu frage"Die neue Würde dir aus Gnaden angetragen.
Allein hier zeigte sich auch die Bescheidenheit,
Die deine Tugend ziert. Das Gift der Eitelkeit ,.Hat dich wohl nie besteckt. Du pflegst durch bunte Sch^Darum der Kern gebricht, der Welt nichts vorzupralen-Und hast du diesen nur, so achtest du es nicht,
Wenn gleich von aussen dir ein grosser Schein gebrich^,
Das nachstverwichneJahr versprach mir schon sehr^'Das Schicksal zeigte mir das längstgesuchte Ziel,
Indem ich schon vernahm, daß endlich Wunsch undDurch dein vergrößert Glück vollkommen eingetroffen« ^
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