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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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554
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554 Fünf und zwanzigstes Schreiben.

Da schwimmet eine Stadt auf sausten Wellen her,

Die alles in sich hält, was das entlegne Meer,

Was Ost und Süd und West an Kostbarkeit und Sch^Dem Norden zinsen muß. Hier hört man mit Ergehe»Die Sprachen aller Welt. Man sieht der Völker ArtSo deutlich als daheim, wo jedes Bürger ward.

So steigt der Ueberfluß durch Handel und Gewerbe,

Und so wird Stadt und Land ein recht gesegnet Erbe.

Doch wie vertieft sich hier der halbentzückte Kiel ?Zwar schreibt von Danzigs Ruhm nicht leicht ein Rohr zuv^'Das Lob der Vaterstadt entzückt die regen Geister,

Und so vergißt man fast den Preis der Bürgermeister.Allein, wer Städte lobt, der lobt auch die zugleich,

Die ihre Väter sind. Und wenn ein Haupt so reichAn edlen Trieben ist, als Dieffeldsrf sich zeiget,

Durch dessen Sorg und Fleiß die Wohlfahrt täglich steigt'So hört es nichts so gern, als von der Bürger Flor,

Und zieht den Ruhm der Stadt dem eignen Lobe vor,

Ja findet in der That kein herzlicher Vergnügen,

Als wenn die Vaterstadt auch unter ihm gestiegen.

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Dieß rühmet man von dir, auch wo die Pleisse stießt/Allwo der Musenbrunn sich reichlicher ergießt,

Als irgend anderwerts. Hier zeigt man unsrer Juge»^Die Bahn zur Wissenschaft, doch auch zu deiner Tuge»^Hier treffen wir noch stets die edlen Spuren an,

Darauf du Tausenden es längst zuvor gethan.

Und dieses Beyspiel läßt uns oft so wenig schlafen,

Als den Themistocles die lorberreichen Waffen,Wodurch Miltiades sein Ehrenmaal verdient.

Verzeihe nur, daß hier sich unsre Pflicht erkühnt,