556 Sechs und zwanzigstes Schreiben.
* H * ch -1- - 1 - * !<- -»l * * * H- * -le -»! ch >i- * ^
XXVI. Schreiben.
An die
Frau D. Volkmanmn.
im Jenner.
^f^elobte Volkmannin! du schreibest mir so schön,^M*Daß ich mir schwerlich darf die Antwort unterstesDie Reime fliesten dir so rein und ungezwungen,
Als sie vor Zeiten kaum der Sappho selbst gelungen:Jedoch ich tadle sie, (du hast es mir erlaubt)
Und habe kaum davon das zehnte Wort geglaubt.
Was meynst du nun von mir? Mich dünkt, du wirst""
schelten,
Und kästest mich den Spruch durch deinen Zorn entgeh"'Doch, was kan ich dafür? du hast mirs auferlegt,Drum nimm damit vorlieb, wie man zu sagen pflegt;Und zwinge niemand mehr zu Leistung solcher Pflichten/Die so vermögend sind, ein Unheil anzurichten.
Allein, ich fahre fort, nachdem ich es gewagt,
Und dir so deutsch und rund die Wahrheit hergesagt rDenn diese ziert allein die Schriften der Poeten,
Und wo man sie vermißt, da muß das Blatt erröcheN-Nicht so? du giebst mir recht, geschickte Dichterinn!
Wie kömmts denn, daß nur ich nicht werth gewesen ' ^Die Wahrheit, die dir sonst beständig lieb gewesen,
In deiner letzten Schrift, nach alter Art, zu lesen?