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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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562
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§62 Sieben und zwanzigstes Schreiben.

Ein jeder war ftin Herr, und allen andern gleich,

Die Welt stund offen da, und jedermann war reich.So, König, ist dein Schloß, wo alle Freyheit blühet,Von dessen Schwellen uns kein Wächter rückwertS zie^Wo Fürst und Edelmann und Bürger sich vermengt,Wohin der Pöbel selbst sich nicht vergebens drängt,

Wo lauter Freude wohnt, wenn bey den lauten Sepie"Die Tänzer nur an Lust um Rang und Vorzug streite"'

Herr! wenn ich sagen soll, was ich bey mir geda^Als dieser Anblick mich zuerst erstaunt gemacht,

So wird es dieses seyn: Ich strafte die Tyrannen,

Die alle Lustbarkeit aus ihren Staaten bannen; ^

Durch Wachten,Thür und Schloß sich ihrem Volk el^Und ihre Bürger so, wie sie die Bürger, fliehn.

Was kan wohl, sprach ich hier, ein so bekümmert Leb^Dem Fürsten, der es führt, für ein Vergnügen gebe!''Er drücket Volk und Land, ihn drückt der BürgerDrum scheut er jedermann, und bebt ohn Unterlaß,Und sieht in jedem Knecht, der ihm zur Seite« geh^Den Feind, der ihm wohl gar nach Krön und Leben jE'So machtS Augustus nicht. Er kan schon sicher sey"'Drum öffnet sich sein Schloß, und allesEr liebt die Bürger selbst, drum darf erUnd mischt sich selber oft in die verkappten Reihen.

Die meisten kennt er nicht, so ihm zur Seiten stehn.Gleichwohl darf niemand hier aus Furcht zurücke gebEin jeder kennt ihn schon an Minen und Geberden,Ein jeder wünscht so gar von ihm erkannt zu werden»

Gepriesnes Sachsenland! erkenne doch dein 6)lü^Und sieh die Fastnachtslust mit ssinem schärfern E' ^

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