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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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566
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z 65 Acht und zwanzigstes Schreiben.

Wenn das vermeynte Glück sich auf ein Unglück endet,Und sie zu spät gestehn, daß sie der Schein geblendet.Zwar kenn ich selber kaum das Antlitz deiner Braut;Doch da du sie erwählt und dir itzk anvertraut,

Ja längst zuvor gekannt: So schließ ich aus dem alle«,Du habest wohl gewählt, bloß weil sie dir gefallen.

Was braucht es ausser dem, als daß sie selbst dich liebt?Und das ist offenbar, da sich ihr Herz ergiebt,

Und dir zugleich verspricht, dir ewig treu zu bleiben rSo scheint uns deine Wahl ein Muster vorzuschreiben»Wohlan, es fehlt dir nichts, als ein beständig Glück,,Und das verheißt dir auch dein gütiges Geschick.Versichre dich der Kraft von deines Vaters Segen. ,Wie zärtlich wußtest du sein krankes Haupt zu pflegt'Du wärest stets sein Mund, sein Fuß «und seine Hand/Dein Arm hat ihn gestützt und alles angewandt,

Was den gelähmten Leib in seiner Schwachheit stäM'So, daß man nie bey dir die Ungeduld vermerkte.Wer so den Eltern dient, dem kans nicht übel gehn,Es muß ihm Glück und Heil auf jedem Schritt enkOUnd weil ichs auch an dir, gelehrter Freund! gesehen/So prophezeih ichs dirr Es wird gewiß geschehen!