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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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571
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Dreyßigstes Schreiben. 57«

frage nichts darnach, wenn gleich die NiedersachsenDie Franken an der Kunst im Schreiben überwachsen.

Was nütze ein solcher Zank, der nie zum Ende geht?

Wer deutsch kan, ist mir werth, wenn er es recht versteht.Des Pöbels Redensart pflegt überall zu fehlen,

Wer richtig schreiben will, der muß aus allen wählen.

^ So geht mich denn, o Freund! der Oder Zorn nichts an kweis, daß Schlesien und Meisten dichten kan.

>lch lieb und hasse nicht das Vaterland der Dichter,

Denn beyde zeugten sonst die allergrößten Lichter.

dort einOpitz sang, warFlemMing hier ein Held,

Dem Preussen seinen Dach mit Recht zur Seite stellt.

Doch als dort Lohenstein und Hofmannswaldau hingen,'Hat Ziegler auch allhier Vernunft und Sinn verdrungen.Durch die ward dort und hier der reine Witz verderbt,Den von dem Opiß Gryph, vom Flemming Schoch ererbt:

dorten Neukirchs Kiel, und hier Philanders Gaben,WiePietsch inPreustenland, den Wust verbannet haben.

Wo ist der Fehler nun, den Breßlau eifrig schilt,

Wenn Lohenstein bey uns nicht mehr, wie vormals, gilt?Wenn wir vomWeizenSpreu,vom Golde Schlacken scheiden^keinen leeren Schwulst in stolzen Worten leiden ?

Ww ehren die Vernunft, wie Opiß auch gethan.

Warum blieb Lohenstein nicht gleichfalls auf der BahnWahrheit und Natur? Was hat ihn doch getrieben,Wind der Spanier, der Welschen Dunst zu lieben?^haks nicht sein grosser P<m, sei» Hofmannswaldau bloß?

diesem gieng er nach, nur dieser schien ihm groß.

Was Rom und Griechenland für Muster nachgelassen,as war ihm viel zu schlecht, das schien er gar zu hassen.'

Ein