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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Dreyßigftes Schreiben.

Ein Irrlicht später Nacht verführt den Wandersmann,Der nicht die Strasse kennt. Wer ihn nur warnen kan,Der thut es freylich gern; wenn er den Freund nurDer ihn zu retten denkt: Doch wenn ihn gar nichts störet»Wenn er sich klüger dünkt; den Freund für thöricht hält!So lachet man ihn aus, wenn er in Sümpfe fällt.

Die Deutung ist gar leicht. Auch in gelehrten SachenPflegt Vorurtheil und Wahn oft taub und blind zu machet

Auf, edles Schlesien! Auf, liebst du Lob und Ruhm?Schau! Opih ist dein Schmuck, dein wahres Eigenthum.Sey stolz aufdiesen Held,Hurch den in Deutschlands GrenztDie freyen Künste nun mit vollem Schimmer glänzen.Viep Jahre sind noch hin bis an sein Todesjahr;

Begeh ein Jubelfest, und mach es offenbar,

Wie sehr du ihn verehrst. Man ehrt ihn auch in Meiste»tjnd dürfte dir vielleicht den Vorzug gar entreissen.

Njein Preussen ehrt ihn auch, denn es bewahrt sein Gr^Ein Grabmaal fehlt ihm nur, das ihm noch niemand gsö'Wir müssen beyde Theil an solchen Pflichten haben,

Weil Bunzlau ihn gezeugt und Danzig ihn begraben.

Du aber, werther Kelz! sey fernerhin bemüht,

Der Ehre nachzugehn, so wie mans heute sieht:

Damit auch Breßlau einst, gleich andern seiner Söhnt,Wie Leipzig heute thut, dich nach Verdiensten kröne.