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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Viertes Lehrgedicht».

^ie kan die Weisheit doch mit ihrer Kunst bestehn?

Aristoteles wird nie zum Kranken gehn,

2Üa§ kan ein rechter Arzt? Purgiren, schröpfen, schwitzen,^er dieses lernen will, was wird dem jene nützen?

^ie liebe Logik hilft für keine Colica,

^as nützt der beste Schluß im klugen Barbara?

hat ein Patient ein Sophisma vonnöthen?

^ein hitzig Fieber weicht bey solchen Amuleten.

^ie Metaphysik weis von keiner Heilungskraft,

^as Podagra erschrickt vor keiner Wissenschaft,

^nd Averroes kan, mit tiefgesuchten Grillen,

^ie Duns und Albert selbst, kein kleines Zahnweh stillen^^as soll die Sittenkunst beym Krankenbette thun?

Gesetzt, sie waren schwach, sie könnten gar nicht ruhn.

^ird hoch kein Socrakes, mit allen Wundersachen^er herrlichsten Moral, die Schmerzen leidlich machen,wenn die Staatskunst selbst ihr Aeuserstes versucht,bleibt ihr ganzer Fleiß ohn alle Kraft und Frucht.

^er Kranken Haupt ist matt von ungesunden Dünsten,

^as hilft der theure Kram von allen sieben Künsten?

Jedoch ich höre schon ein Murmeln und Geschrey,

^ gehst ja, ruffet man, die Physik ganz vprbey,

^ie her Natur; die muß vor allen Dingen,.

^en Meistern unsrer Kunst den größten Vortheil bringen.

. Ganz recht, ihr irret nicht, der Einwurf ist vergönnt,Ässern ihr offenbar und deutlich zeigen könnt,zu des Kranken Heil die grosse Luftmaschine,

Bläschen von Mercur, ein stralend Theilchen diene?^'dessen hat gewiß ein Mokiere recht,

ganze Heilungskunst ist ungewiß und schlecht:brauchet keinen Witz, kein eifriges Studiren,altes Weib kan oft am glücklichsten curiren.

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