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Fünftes Lehrgedichte.
Ja selber euch gescheut, mit allzukühnen Sprüngen,
Euch auf den hohen Sitz der Lehrenden zu schwingen.Ich weis es gar zu wohl. Doch hört mich dießmal an >Weil das, was ihr schon wißt, doch andern nutzen kamUnd wie? gefiel euch sonst mein treugesinntes Lehren,
So schämt euch heute nicht den Schluß davon zu hören.
Die Weisheit, der ihr hold, ja ganz ergeben seyd,
Ist nicht ein schnödes Spiel der Unbedachlsamkeit,
Ist nicht ein Dockenwerk -der ungeübten Jugend:
Ihr Werk ist Wissenschaft, Gelehrsamkeit und Tugend.Minerva gleicht fürwahr den frechen Dirnen nicht,
Die den gemalten Gips auf ihrem Angesicht,
Mit unverschämter Stirn, den jüngsten Buhlern zeigen,Und jedem, der es wünscht, ins geile Lager steigen»
Kein niederträchtig Herz kan ihre Wohnung seyn,
Man haut keür prächtig Bild aus jedem Kieselstein;
Es nruß ein edler Geist von ungemeinen Gaben,
Von seltnen Kräften seyn, der sie zur Freundinn haben,Ihr Herz gewinnen will. Wer nicht die Wahrheit lie^/Des Pöbels Thorheit haßt, der Einfalt Abschied giebt,Vernunft und Klugheit mehr, als Geld und Wollust acö^Der Dinge Grund erforscht, den Bau der Welt betrachtSich selber auöstudirt, und dann auf dieser SpurDen unumschränkten Geist, den Meister der Natur,
In seinen Werken sucht, ergründet und entdecket;
Wem nicht ein grosses Herz in starken Brüsten stecket,
So sich der Tugend weiht, die Lüste niederschlägt,
Der Menschen Bestes sucht, zu allen Liebe trägt,
Vor keinem Unfall bebt, von keinem Misvergnügen,Verdruß und Kummer weis, im Unglück nicht erliegen.Nicht einmal wanken kan; Wer nicht nach Ehre stre ,Die aus der Tugend kömmt, kurz: Wer nicht denkt u.^^