Sechstes Lehrgedichte. 6oz
^ein Jahrgang ist so schlecht, er giebt ein Muster ab,
^ie artig man dem Text die neue Deutung gab:
^aß die Apostel selbst sich oft im Engelorden^wundert, daß ihr Spruch so schön verstümmelt worden.
Vergieb dem freyen Scherz,mein Tellerlwerther Freund!weist es ohnedem, wie gut mein Herz es meynt:kenne dein Verdienst, und ehrete dein lehren,oft es mir geglückt, dein Predigen zu hören.
^ein Merseburg gewinnt, und wir verlieren viel;
^vch unser Wünschen ist nicht stets des Himmels Ziel.
mehr, ich freute mich, so oft ich nur bedachte,
^ie viel dein Unterricht geschickte Schüler machte.
Ach! sprach ich bey mir selbst, der Mann wird ungemein,unserm Leipzig einst ein andrer Mosheim seyn:wird den bunten Kram der Kunstmethoden stören,
^tid die Beredsamkeit der alten Väter lehren;
^ie ungezwungen stießt, und voller Geist und Kraft,^erstand und Willen lenkt und tausend Nutzen schafft,^ie glücklich sind nicht die, die schon von dir gelernet,löblich sich der Mund vom Schlendrian entfernet,^er alles überschwemmt. Wiewohl ich hoffe noch!
^r weis, was bald geschieht? So kan dich Leipzig dochAuf seinem Lehrstuhl sehn. Kommt,kommt,erwünschteZeiken!helft zu Tellers Ruhm ein bester Lied bereiten.
VH.Lehr-