6o6 Siebendes Lehrgedichte.
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VII. Lehrgedichte.
Lob und Tadel.
Bey der
Seidemann- und WaltherischeN
Eheverbindung. 17z i.
ofern ich, werther Freund! vergnügt, ja freudenvo^Bey deinem Hochzeitfest mein Wort erfüllen solbDen treuen Glückwunsch dir in Versen abzusingen;
So sey es mir erlaubt, ein Sprichwort vorzubringen.
Du haltst es sonst zwar auch mit unsrer neuen Welt;Doch weil dir Ehrlichkeit und alte Treu gefallt,Dergleichen Tugenden die lieben Alten trieben:
So wirst du auch ein Wort von ihren Lippen lieben;
Ein Wort, darin» die Spur von alter Weisheit steht,
Die leider! täglich mehr bey uns zu Grunde geht.
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Es heißt, damit ich auch fein nach der Ordnung schreibUnd dir das Thema nicht so lange schuldig bleibe:
Willst du getadelt seyn, so geh, und nimm ein Weib,
Willst du gelobet seyn, so stirb und wirf den LeibIn Gruft und Moder hin! Bey diesen zweyen Theilen,Soll mein Gedichte sich für diesesmal verweilen.
Zu Anfang handelt eS das spate Lob und Grab,
So dann die Lästerung bey dem Vermählen ab.
In beyden will ich dir den Lauf der Welt erklären,
Und dann den Wunsch an dich und deine Braut gewähren.
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