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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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607
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Siebendes Lehrgedichte. 607

Zum ersten ist es wahr, die Welt lobt keinen leicht,^evor er in der Gruft sein letztes Ziel erreicht.

^0 lange jemand lebt, wird alles, was er machet,

^ginnst und vollbringt, getadelt und verlachet,

^eii, Wesen nennt man schlecht. Man lobt und billigt nichts.^ allem, was er thut, gedenkt und sagt, gebrichtS,

^ hundert wenigstens, wo nicht an tausend Stücken:

^nn besser pflegt eS auch dem Klügsten nicht zu glücken,^ein er sterbe nur, da geht das Loben an!

^as nie ein Mensch vermocht, was niemand glauben kan,^as Hunderte vor ihm vergebens unternommen,alles ist durch ihn in rechten Stand gekommen»

^ hat die Frömmigkeit und Tugend stets geliebt;

^ hat durch Wort und Werk kein kleines Kind betrübt;^hw ist die Vaterstadt für all ihr Heil verbunden;

ihm hat allezeit das Armuth Rath gefunden.

^ war der Weysen Trost, der Wittwen Schirm und Schild,kurz: Der Unschuld Schutz, der Tugend Ebenbild.

^ wär er in der That von allem nichts gewesen:

läßt mans doch gedruckt in mancher Lobschrift lesen.

. O merkt euch dieses an, die ihr au§ Eitelkeit. °N roller Ehrsucht krank, nach Lobe durstig seyd!

gväiet ihr euch viel, berühmt und groß zu werden?

E euch mit Ruhm gedient? verkriecht euch in der Erden»lang ihr lebend hofft am Lobe reich zu seyn:trifft der Wunsch gewiß nur bey den Schmeichlern ein ;^ abgeschmackten Brnt, in deren blöden Augen^ ärgsten Fehler auch zu Wunderdingen taugen.

^dd ftoh, wenn euch der Hof zu seinen Dienern zählt,

^ ^ Zlaubt nur, daß es euch an keinem Lobe fehlt.

^ Hoffnung eurer Gunst wird alles sich bemühen,

! b»n ihr gleich Zwerge seyd, euch Riesen vorzuziehen.

Doch