Siebendes Lehrgedichte. 607
Zum ersten ist es wahr, die Welt lobt keinen leicht,^evor er in der Gruft sein letztes Ziel erreicht.
^0 lange jemand lebt, wird alles, was er machet,
^ginnst und vollbringt, getadelt und verlachet,
^eii, Wesen nennt man schlecht. Man lobt und billigt nichts.^ allem, was er thut, gedenkt und sagt, gebrichtS,
^ hundert wenigstens, wo nicht an tausend Stücken:
^nn besser pflegt eS auch dem Klügsten nicht zu glücken,^ein er sterbe nur, da geht das Loben an!
^as nie ein Mensch vermocht, was niemand glauben kan,^as Hunderte vor ihm vergebens unternommen,alles ist durch ihn in rechten Stand gekommen»
^ hat die Frömmigkeit und Tugend stets geliebt;
^ hat durch Wort und Werk kein kleines Kind betrübt;^hw ist die Vaterstadt für all ihr Heil verbunden;
ihm hat allezeit das Armuth Rath gefunden.
^ war der Weysen Trost, der Wittwen Schirm und Schild,kurz: Der Unschuld Schutz, der Tugend Ebenbild.
^ wär er in der That von allem nichts gewesen:
läßt mans doch gedruckt in mancher Lobschrift lesen.
. O merkt euch dieses an, die ihr au§ Eitelkeit. °N roller Ehrsucht krank, nach Lobe durstig seyd!
gväiet ihr euch viel, berühmt und groß zu werden?
E euch mit Ruhm gedient? verkriecht euch in der Erden»lang ihr lebend hofft am Lobe reich zu seyn:trifft der Wunsch gewiß nur bey den Schmeichlern ein ;^ abgeschmackten Brnt, in deren blöden Augen^ ärgsten Fehler auch zu Wunderdingen taugen.
^dd ftoh, wenn euch der Hof zu seinen Dienern zählt,
^ ^ Zlaubt nur, daß es euch an keinem Lobe fehlt.
^ Hoffnung eurer Gunst wird alles sich bemühen,
! b»n ihr gleich Zwerge seyd, euch Riesen vorzuziehen.
Doch