Siebendes Lehrgedichte. 629
Da pflegt ein jedes Maul den Neiderzahn zu schärfen,dnd ihm bald dieß, bald das, aus Bosheit, vorzuwerfen,t, Bald spricht der Unverstand: Die Schrift ist ihm ein Spott!
Bald ruft die Kühnheit nach: Er glaubet keinen Gott!
Bis endlich, wenn die Treu ihr Amt geschickt erfüllet,
^ Die Lästerung sich schämt, die Unvernunft sich stillet,ntb
Wie glücklich ist denn nicht ein kluger Freyerömann, ,Der, wenn er freyen will, es heimlich halten kan,
^nd weil dieß nicht gar oft gelinget und gedeihet:klüglich handelt der, der lieber gar nicht freyet!
Doch nein,geehrter Freund! dein Beyspiel strafet mich,Du freyest offenbar, und hier erweiset sichDein unerschrocknes Herz, das Gott und Tugend ehret,
^nd sich m aller Welt an keine Lästrer kehret.
^an sage, was man will, du hast doch wohl gethan,
Du folgtest jederzeit der wahren Ehrenbahn:
^nd bist durch Fleiß und Glück nunmehr so weit gedrungen,Daß dir die Heyrath auch nach Herzenswunsch gelungen,^as schabt es, wenn der Neid bald dieß, bald jenes spricht?^uf andrer Leute Work beruht dein Glücke nicht.
^nd wenn ein neues Paar einander herzlich liebet,
Den Schwätzern keinen Raum zu leerem Plaudern giebst,^0 lebt es doch vergnügt, und lacht in seinem Sinn:
du, mein Seidemann mit deiner Waltherin.
Blück zu ! (der Wunsch ist kurz) der Himmel wird es lenken,^Nd eurer neuen Eh sehr viel Vergnügen schenken.
H H H
Q q VUl.Lehr-