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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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609
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Siebendes Lehrgedichte. 629

Da pflegt ein jedes Maul den Neiderzahn zu schärfen,dnd ihm bald dieß, bald das, aus Bosheit, vorzuwerfen,t, Bald spricht der Unverstand: Die Schrift ist ihm ein Spott!

Bald ruft die Kühnheit nach: Er glaubet keinen Gott!

Bis endlich, wenn die Treu ihr Amt geschickt erfüllet,

^ Die Lästerung sich schämt, die Unvernunft sich stillet,ntb

Wie glücklich ist denn nicht ein kluger Freyerömann, ,Der, wenn er freyen will, es heimlich halten kan,

^nd weil dieß nicht gar oft gelinget und gedeihet:klüglich handelt der, der lieber gar nicht freyet!

Doch nein,geehrter Freund! dein Beyspiel strafet mich,Du freyest offenbar, und hier erweiset sichDein unerschrocknes Herz, das Gott und Tugend ehret,

^nd sich m aller Welt an keine Lästrer kehret.

^an sage, was man will, du hast doch wohl gethan,

Du folgtest jederzeit der wahren Ehrenbahn:

^nd bist durch Fleiß und Glück nunmehr so weit gedrungen,Daß dir die Heyrath auch nach Herzenswunsch gelungen,^as schabt es, wenn der Neid bald dieß, bald jenes spricht?^uf andrer Leute Work beruht dein Glücke nicht.

^nd wenn ein neues Paar einander herzlich liebet,

Den Schwätzern keinen Raum zu leerem Plaudern giebst,^0 lebt es doch vergnügt, und lacht in seinem Sinn:

du, mein Seidemann mit deiner Waltherin.

Blück zu ! (der Wunsch ist kurz) der Himmel wird es lenken,^Nd eurer neuen Eh sehr viel Vergnügen schenken.

H H H

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