Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
132
JPEG-Download
 

iz2 XlH.Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschaftett.

sahen sich nicht eher nach feindlichen Schiffen um, bis sie die äusserste Noth und dernagende Hunger dazu zwang.

§. 66 .

khilds tod be- In dieser Lage befanden sich die Sachen, als der General Lhild, da er sahe,

fördert den daß sein Glück auf dem Lande nicht mit seinen stolzen Hofnungen übereinstimte, undfrieden zwi-ffch der Feind bis auf 400OQ Mann vermehret, auf die Beilegung dieses Han-aw und^e bels durch Uttterwerfungöbedingungen zu denken anfing. In dieser Absicht wurde»

felsthast» zwo Personen als engländifthe Gesandten an den Hof des Moguls geschicket. Herr

George Weide«, Abraham Naava, ein Jude, und überdis noch Meer Me-zamre, ein Kaufmann von Surar, der bey Hofe in einigem Ansehen stund und einFreund der Geselsthaft war, machten diese Gesandtschaft aus. Sie kamen in fünfzehnTagen zu Iehanabat an, wo sich der Hof damals aufhielt. Anfänglich wurden sieganz gleichgültig aufgenommen; durch Bestechungen und Beschenkungender Befehlshaberaber gelangeten sie zu einem Gehör beim Aurengzeb. Als sie vor diesen Monarchengebracht wurden, so war ihr Aufzug sehr beschämend. Denn es wurden ihnen vorherdie Hände zusammen gebunden, sodann mustcn sie sich auf die Erde niederwerfen:worauf sie Aurengzeb, nach einem derben Verweis, fragte, was ihr Begehren sey?Dieses beantworteten sie mit einem Bekentnis ihres Vergehens, und verlangten de-müthig, daß ihnen Se. Majestät Verzeihung angedeihen lassen wolle. Sodann ba-ten sie, daß ihr Armonr, den sie mit Recht verwirket, durch seine Gnade erneuret,und die mogulschen Völker von Bombay wieder weggezogen werden möchten. Art-rengzeb sagte ihnen: wenn sie wollen, daß ihre Unterwerfung angenommen und ih-nen die seinen Unterthanen zugefügte Beleidigungen vergeben werden sollen, sowäre eins schlechterdings nöthig, nemtich daß der General Lhild Indien innerhalbneun Monaten verlies, und niemals wieder dahin käme. In diesem Fall solte ihr Fir-mont emeuretund die Armee zurückgerufen werden, so bald hinlängliche Sicherheitgegeben worden, daß der von seinen Unterthanen erlittene Verlust völlig vergütet undersetzet werden folte. Der Tod des General Lhrld , der sich im folgenden Januarisereignete, erleichterte die Aussöhnung mit dem Aurengzeb gar sehr, und setzte dieAngelegenheiten der Gestlschaft in einen weit bessern Stand; indessen wurde derselbeso lange geheim gehalten, bis die Absichten feiner Majestät in Ansehung desselben be-kam geworden waren. Meer Mezamie starb im Monat Merz auch, und zwar,wie man vermuthete, an Gift, weil er den Engländern so sehr ergeben gewesenwar. Als die Aerzte dem Mezamie das Leben abgesprochen hatten, so kanren die en-gelandisthen Abgesandten, und verlangten eine Rechenschaft wegen 50000 Rupien vonihm, die er für geheime Dienste empfangen hatte. Er antwortete: „Es thäte ihm„Leid , daß er sich jemals in ihre Angelegenheiten gemischet; er hätte ihnen auf Kosten„seines Lebens gedienet, und dennoch waren sie nicht zufrieden. Was den Gebrauch„anbeträfe, wozu das Geld verwendet worden, so sey dasselbe ein Geheimnis, das ek„nicht bekant machen dürfe «).„ Während dieser Lage der Sachen bemüheten sich dir-Holländer, Vortheile von den Versehen und Unglück der engländischen Handlungs-geselschaft zu ziehen. Als Baroem, ihr Abgesandter an Aurcngzebs Hofe, Nach-richt von der Staatsveranderung in England erhielt, so dachte er die Unwissenheit

des

Hamills» Vvl. r. c,