4.Hauptst. i.Abs. Schicksale der englandischen Handlungsgeselschaft. 177
Hause, vermittelst bieser Vereinigung der beiden Geselsthaften, zu einem gütlichen Ver-gleiche gebracht wurden: so verhielt sichs doch auswerts eine beträchtliche Zeit hindurchganz anders. Die Vereinigung war zwar in diesen entfernten Gegenden bekant, alleinMan kchrere sich wenig daran. Zhr Groll, ihre Eifersucht und Feindschaft schien vonder Hitze des Llima angefeuert zu werden, und das, was ursprünglich aus Eigennutzund Interesse entstanden war, schien nun durch die Gewohnheit wesentlich geworden zuseyn. Um dem Leser einen noch deutlichern Begrif zu machen, wie weit diese Vorurthei-le getrieben wurden: so wollen wir eine kurze Nachricht von den ausländischen Niederla-gen und dem Betragen der Gouverneure, Factoren und Bedienten der Handlungsge-selschaften mittheilen. Es ist etwas schwer, eine so grosse Mannichfaltigkeit von Ge-genständen in einem deutlichen Lichte darzustellen; allein wir wollen eS versuchen, undhoffen, daß uns der aufrichtige Leser die Fehltritte vergeben werde, deren wir uns etwam der Abhandlung einer Sache schuldig machen dürften, die kaum von vorigen Ge,schichtschreibern berühret worden N). Blos durch das Band des Geitzes und des Eigen-nutzes wäret» die brittischen Unterthanen, so an dieser Handlung Theil hatten, zusammengehalten worden. Vermittelst desselben wurden Personen, welche insgeheim den grossenAbscheu vor einander hatten, zu einem gewissen Grad der Nachsicht gezwungen, um ih-re besondern Absichten zu erreichen. Man wird leichtlich glauben, daß sich die Angele-genheiten der Handlungsgeselschaften in einem schlechten Zustande befanden, weil sieganz und gar von solchen verwaltet wurden, die sich nicht weiter um dieselben bekümmer,len, als itt so fern ihr eigener Vortheil mit ihrer Herren ihrem verbunden war. Daher^griffen die Gouverneure und Factoren alle Gelegenheiten, sich auf Kosten ihrer Consti-luenten zu bereichern. Die Uneinigkeit unter den Bedienten beider Geselsthaften rührtestwol von dem entgegengesetzten Privatinteresse, als von der zwischen den Geselschaftmobwaltenden Feindschaft her. Wenn sich irgend eine Gelegenheit darbot, daß einer derWem schaden, oder sich verbessern konte, so sahe man weder auf Ehre, noch auf Ge-rechtigkeit, noch auf Menschlichkeit; es geschahe alles entweder durch Betrug oder durch^enbqre Gewalt Z). Die Regierung war beschäftiget, die übermäßige Gewalt des
Hau-
. D) Wir folgen darinne blos und allein der Ge-''^chte des Capitain -Hamilton, der zwar einsicher und aufrichtiger Schriftsteller, aber darso weitschweifig, verworren und schläfrig ist,"b er den Leser fast vcrdrieslich machet,b) Folgende Geschichte aus dem Capitain -Ha-ssio,, wird uns den Characker der damalige»»'"ob,scheu Gouverneure deutlich genug mache».
. »perrin, der Patron eines Schiffes, borgte^ Ä»hr 1706 von» Herrn Sheldy», einem vonGouverneuren der Handlimgsgeselschaft in^"galen, ^-,0 Pfund auf Respondenti-.stini^ ^ld war zu einer Reift nach ssersien be-<ral ' We bey seiner Zurückkunft nach Ben-f^bezahler »vcrden. Nachdem Perrin seineseine persien verrichtet, so sprach er auf-^"Rückwege zu Goa ein, alwv er ein zu
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Surat erbautes Schis kaufte. Dieses belud erzu Lalicut mit Pfeffer, der in Bengalen ver-kauft werden solte. Er nahm auch einen ziemli-chen Verrath von persischen Weinen ein; und daer dieselben im Fort Gt. George nicht verkau-fen konte, so führcte er alles nach Bengalen»Bey seiner Ankunft bot er dem Herrn Sheldonaus Höflichkeit zuerst seinen Pfeffer und seineWeine an; allein er verbat dieses, und nahinnicht mehr, als sich die Rechnung zwischen ih-nen von» Capital und Respondentia belau-fen mochte. Als er die Waaren überlieferthatte, so verlangte er seine Schuldverschreibung;Sheldon weigerte sich aber, dieselbe herauszuge-ben , und sagte: weil er ein Schleichhändlerwäre, so wolle er die Schuldverschreibung zur Si-cherheit wegen seines künftigen Betragens bchal-Z ten.