Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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21 8 XM.Vttch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschaftett.

zu theilen, so wurde für gut befunden, ein Detaschement in die Provinz Arkhat zuschicken. Herr Llwe, damaliger Proviantcommissarius bey der Armee, ein Mann,der mit allen Talenten eines grossen Officiers geboren, und mehr aus einem Natur,triebe als durch die Erziehung ein Held war, bot bey dieser Gelegenheit seine Diensteunentgeltlich an. Er ging in der wette mit i z o Europäern nach Madraß unterSegel, und wurde bey seiner Ankunft daselbst noch mit 80 verstärket. Mit dieser gerin-gen Mannschaft marschierte er so geheim und geschwind nach Arkhat, daß er sich derHauptstadt ohne Widerstand bemächtigte. Die Einwohner, welche eine Plünderungbefürchteten, boten ihm eine grosse Summe Geldes an, daß er der Sladt schonenmöchte; allein feine Grosmuth und Klugheit Mieten sie sicher. Er verweigerte ihrGeld und befahl zu gleicher Zeit, bckant zu machen, daß denen, die in ihren Häusernbleiben wollen, kein leid widerfahren, und daß die übrigen Erlaubnis haben sollen, sichmit allen ihren Habseligkeiten wegzubegeben, nur die Lebensrnittel ausgenommen, wo,für er den völligen Werth zu bezahlen versprach. Durch dieses weise Betragen gewanner die Zuneigung der Landeseingebornen so volkommen, daß ihm diejenigen, welchenicht in der Stadt bleiben wollen, nachmals, als er belagert wurde, die genauestenNachrichten von den Unternehmungen des Feindes ertheilet«:, wodurch aller Wahrschein,lichkeit nach der Platz erhalten wurde. Denn Sundah Gaheb erschien bald daraufmit einer grossen Armee vor demselben und belagerte ihn. Es währete aber bis zuni-4sten September ehe der Ort völlig eingeschlossen wurde, weil die Feinde durch dieöftern und hitzigen Ausfälle des Herrn Llwe in ihrer Arbeit an den Laufgräben verhin-dert wurden; und obgleich die Franzosen die Belagerung dirigirten, so gingen dochüber vierzehn Tage hin, ehe sie eine Sturmlücke zu Stande bringen tonten. Um die,se Zeit wurden nun zwar zwo dergleichen gemacht, die sehr beträchtlich waren; alleinHerr Llwe war so geschäftig, dieselben wieder auszubessern, daß sie, ehe sich noch derFeind zum Sturme anschicken konte, wieder ausgefüllet, und so vest als die übrigenMauren waren. Endlich thaten sie den 14km Oktober, des Morgens früh um dreyUhr, einen Angrif auf die beiden Sturmlücken und auf eins von den Thoren, das siemit Elephanten aufzusprengen suchten; allein da Herr Llwe von dem zu unternehmen-den Sturme benachrichtiget worden, so hatte er sich mit verdeckten Batterien sowohldagegen in Verfassung gesetzet, daß er die Belagerer auf allen Seiten mit einem gros-sen Verluste zurück schlug, indem nicht zwanzig Mann lebendig von den Sturmlückerrzurück kamen, und dieselben nöthigte, die Belagerung mit der grösten Eilfertigkeit auf-zuheben. Dieses waren die ersten schwachen Stralen dieser grossen Seele, die wenigeJahre nachher in einen völligen Glanz ausbrachen. Nachdem er eine Verstärkung un-ter dem Capitain Rarkpatrick erhalten, so setzte er dein Feinde nach; und als er ihnden zten December in der Ebene von Aranr erreichte, grif er denjelben mit der grossenUncrschrockenheit an, und schlug ihn nach einem fünfstündigen Gefechte, worinnen ^seiner Serts wenig oder gar nichts Versohr, völlig in die Flucht. Er nöthig^bald darauf Aram und Rajcvarari, mehr durch den Schrecken seines Namens al-durch die Gewalt seiner Massen, zur Uebergabe, und kehrete sodann mit Lorbcrn gekröntr/zr. stach dem Fort St. Davids zurück. Herr Llwe hatte sich nicht über einen Monatin dem Fort aufgehalten, als ihn neue Streifcreien des Feindes wieder ins freie Mbriefen. Er marschirte mit rzs Mann nach Madraß, und wurde daselbst noch