2 2Q XUl. Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschaften.
che Laufgräben eröfnete, wodurch der Feind gar bald genöthiget wurde, eine Capitula«rionsfahne heraus zu hangen; welches er in demselben Augenblick that, da Llwe zurBestürmung der Bresche anrückte. Die Grpoyen, welche die Sturmlücke erstiegenund nicht wüsten was die Fahne bedeutete, setzten den Angrif fort; wodurch der Feindin solches Schrecken gerieth, daß sich 24 Franzosen in den Flus stürzten und alle bisauf viere umkamen: ein Zufall, der dem Herrn Arve viel Bekümmernis verursachte.Die übrigen, die in allem aus 72 Mann und dreien Officiere» bestanden, wurden zuGefangenen gemacht. Die Officiere beklagten sich sehr, daß Man ihrer Fahne keineAchtung erwiesen; und doch ist gewis, daß sie in der Hitze des Gefechtes und in derLaufbahn des Sieges in Stücken würden zerhauen worden seyn, wo die Gnade desHerrn Llwe dieses nicht verhindert hatte. Ausser dieser Klage beschwerete sich HerrDupliex noch ferner, daß dieser Herr den Franzofen auf eine sehr verächtliche Weisebegegnet hätte; allein diese Lästerung wurde von allen Gefangenen gemisbilliget undmit Recht den Wirkungen von Duplrexs Zorn über die Zerstöhrung seiner neuen Stadtvom Arve, zugeschrieben. Nach der Eroberung von Achevaram nahm Herr Llwe,der seine Entwürfe so klüglich machen als geschwind ausführen konte, seinen Weg ge-rade nach Golkonda zu, wohin sich, wie man ihm sagte, D' Anteurl gezogen hatte.Hiergrif er ihn an, trieb ihn aus dem Dorfe, woritme er sich verschanzet, heraus,und bemächtigte sich aller seiner Kanonen. Der Feind versuchte in das Fort zu flüch-ten; allein der Gouverneur, welcher befürchtete, die Engländer möchten ihnen nach-folgen, schloS die Thore vor ihnen zu. Dieses nöthigte sie, sich mit Leitern auf dieMauren zu retten, und gab dem Herrn Llwe Gelegenheit, das ganze Corps zu Grun-de zu richten. Nachdem er ein erstaunliches Blutbad angerichtet, so überwog dieMenschenliebe alle andere Leidenschaften in seiner Brust, und er überschütte den Über-wundenen eine Waffenstilstandsfahne, die sie auch mit Freuden annahmen. Es wur-de hierauf eine Capiculation unter folgenden Bedingungen unterzeichnet: D' Ameuilund drey andere Officiere sotten auf ihr Ehrenwort ein Jahr lang Kriegsgefangene blei-ben; die übrigen von der Besatzung solten so lange Kriegsgefangene seyn, bis sie aus-gewechselt würden, und das Geld und die Kriegsvorräthe solten dem mit den Englän-dern im Bündnis stehenden Nabob zugehören. Man bekam bey dieser Gelegenheit48000 Rupien, vier Stück Kanonen und eine grosse Menge Kriegsbedürfnisse. Al-lein die Folgen von Herrn Llwes schleunigen Siegen waren wichtiger, als alle seineKriegsthaten, wichtiger als die Schlachten, so er gewonnen, und als die Städte, so ererobert, ob sie gleich nicht so glänzend waren: denn die 30000 Mann starke feindlicheArmee wurde wegen Mangel an Lebensmitteln gänzlich zerstreuet und zu Grunde gerich-tet. Während diesem Kriege hatten die Engländer eine weit stärkere Armee, als dieihrige, getödtet und gegangen genommen, und ihre Artillerie, die aus vierzig Stück Ka-nonen und aus zehn Mörsern bestand, nebst allen ihren Kriegsbedürfnissen, erobert-Unter der: Kriegsgefangenen befanden sich dreißig französische Officiere und über 8o"Gemeine; da sich hingegen der ganze Verlust von Seiten der Sieger nicht über furffDEuropäer beließ Wir haben die Begebenheiten dieses Krieges um so viel ausführtcher mitgetheilet, weil solches eine Kriegsgeschichte von den ersten hervorbrechende"Stralen des Genies des Herrn Lllve abgibet, deren aufrichtige Erzählung wirklichnichts anders ist, als eine Lobrede verfertigen. Die meisterlichen Streiche des Genies