4. Hauptst. i.Abs. Schicksale der engländischen Handlungsgeselschaft. 221
zeigen sich nicht allezeit in ordentlichen Feldschlachten zwischen grossen Armeen, von de-ren Ausgang das Schicksal ganzer Reiche abhänget; geringere Vorfälle erfordern öf-ters eben so viel, wo nicht noch mehr Scharssinnigkeit, Verschlagenheit, Unerschrocken-heit und Gegenwart des Geistes von einem Befehlshaber. Inzwischen werden sie ge-meiniglich von denen als Kleinigkeiten Übergängen, welche mehr auf die Grösse der Be-gebenheit, als auf die Art und Weise der Unternehmung sehen, und jede Handlungnach dem eingeschränkten Gesichtskreise des Eigennutzes oder nach den seichten Begriffendes Pöbels beurtheilen. Nachdem sich der Krieg solchergestalt auf eine den Erwartun-gen des Hrn. Dupliex so entgegenstehende Weise geendiget, so lies er, auf Ansuchendes mit ihm verbundenen Nabobs, den Mohammed Alt AHan um Frieden bitten;der sich auch bereit dazu zu seyn erklärete, wenn anders die Engländer, seine Bundes-genossen, damit zufrieden waren b). Der Friede kam inzwischen nicht zu Stande, son-dern es wurde nur ein Waffenstilstand geschloffen. Herr Llwe segelte hierauf nachEngland und blieb daselbst bis 1754, da der Dienst seines Vaterlandes und der ostin-dischen Handlungsgeselschaft seine Gegenwart in Indien wieder erforderte, ehe sichnoch der unglücklichste und betrübtest«! Vorfall ereignete, dessen nur in der GeschichteErwehnung gethan wird.
§. n 6.
Sechs Monate nach Hrn. Llws Abreist nahmen die Feindseligkeiten wieder Unglücklicherihren Anfang, ohne daß die engländische und französische Handlungsgestlschaften in ei- vorfal zu Lal-nen offenbaren Krieg mit einander verwickelt waren. Sie hatten sich beide als Bun- Ea.desgenoffen in den Krieg eingelassen, um das Interesse der mit ihnen im Bündnisse ste-henden Nabobs zu unterstützen; allein sie handelten als Hauptpartheien, und liessen alledie Hitze und Erbitterung von sich blicken, deren nur Nebenbuhler in den Waffen und in derHandlung fähig sind. Der Major Lawrence, ein erfahrner, tapferer und kluger,über auch dabey hochmüthiger und stolzer Officier, der allein die Befehlshabung über dieengländischen Hülssoölker hatte, erhielt verschiedene Vortheile, und befand sich auf gu-te>n Wege, den Streit durch die Waffen zu endigen, als der unglückliche Vorfall zu^alcucra den schnellen Wachsthum des blühenden Zustandes der Handlungsgeselschaftsinc Zeitlang hemmete. Wir wollen die Umstände dieser traurigen Begebenheit ganzkürzlich erzählen, ohne daß wir uns zu entscheiden gekrausten, wem die Schuld davon^gentlich zugeschrieben werden müsse. Denn die Hitze und die Vorurkheile der Inha-lt indianischer Accien und der Directoren selbst, ingleichen das Ansehen einiger der ver-dächtigsten Personen, waren so gros, daß man nichts gewisses von diesem betrübten Vorfall^fahren konte. Unterdessen daß sich die französische und engländisthe Handlungsgeselschaf«^Miteinanderzu vergleichen suchten, brachte der lOlabob von Bengalen, der durch denSchutz, den der Gouverneur von Lalcutta einem seiner Unterthanen angedeihen lassen,
^d, wie man jagt, durch die Verweigerung einiger Abgaben, woran er Anspruch mach-k, nebst einigen andern mit wirkenden Ursachen, zum Zorn gereitzet worden war, eineZrosse Armee auf die Beine, und belagerte diesen Ort, der sich damals in keinem Ver-heidigungsstande befand, ganz unerwartet. Herr Drake, der Gouverneur, der durchMenge der Feinde in Schrecken gesetzt wurde, und einige von den vornehmsten Per-in der Niederlage, verliessen sogleich das Fort, flüchteten auf die im Flusse beflndli-
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b) Vrwatnachrichtcn, Briefe an die Dircctores, u. s. in.