22.8 XM.Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschaften.
geselschaft nicht wohl wolte. Kurz, er wartete nur auf eine bequeme Gelegenheit, alleseine eingegangene Verbindungen zu zernichten. Ohnerachtet nun Herr Clrve dieseseinsähe, so fastete er doch den Entschlus, seine Rache so lange zu verbergen, bis er dieMacht der Franzosen in Bengalen geschwächt hatte, vor der er sich, so gering sieauch war, mehr fürchtete, als vor aller Macht des lOlabob. Nachdem er riebst deinAdmiral Watjön diese Absicht erreichet, so berathschlagten sich diese beiden Officiere miteinander, ob sie die Feindseligkeiten gegen denSulajud Dowla nicht wieder anfangenund ihn mit Gewalt zur Volziehung des Vertrages nöthigen mästen. Eine bejahendeEntschließung würde mit vielen Schwierigkeiten und mit grosser Gefahr verbunden ge-Wesen seyn, wo nicht ein überaus glücklicher Zufall, dessen sich die Herren des Rathsund besonders Herr Watts auf eine geschickte Weise zu Nutze machten, einen gutenErfolg hatten versichern helfen. Das Zaudern des Nabobs, in Ansehung der endlichenVolziehung der Friedensbedingungen, war für die Handlung der Provinz in der That ebenso viel, als wenn gar kein Friede geschlossen worden wäre. Die Grossen an seinemHofe und seine Armee kanten seine treulose Gemüthsart, sie wurden gedrückt und wa-ren daher misvergnügt. Er hatte gegen seine Unterthanen eben so stolze und treuloseGesinnungen blicken lassen, als vor kurzem gegen die englandische Handlungsgeselfchastmir so vieler Heftigkeit ausgebrochen waren, und die er noch immerfort kränkere. Danun einige von seinen Grossen sahen, daß es aller Wahrscheinlichkeit nach zu keinemdauerhafteil Frieden in dem Lande kommen würde, so lange Gulajud Dorvla aMRuder des Staats sässe; so singen sie erst an zu murren und kurz darauf einen Entwurfzu seiner Absetzung zu machen. Iaffier Ali AHan oder Lawn, einer von seinen vor-nehmsten Ministern und Generalen, ein Mann, der in der Provinz in grossem Anse-hen stand und viel Gewalt hatte, war das Oberhaupt dieser Zusammenverschwörung-Er machte dieses Vorhaben zuerst dem Herrn Watts, dem zweiten in dem Rathe zuCalcutta, bekant, durch dessen Briefe vom rösten und rZsten April 1757 der Rathvon dieser Sache Nachricht erhielt. Hier wurde dieselbe wegen ihrer äussersten Wich*tigkeit, weil von ihrem Erfolg das Schicksal der ganzen bengalischen Handlung abhing/mit aller möglichen Aufmerksamkeit und Vorsicht überleget. Der Nabob bewies da-durch, daß er ein so zweideutiges Betragen beobachtete, daß er die Friedensarlikehwelche er aufs feierlichste zu halten geschworen, brach, daß er sich weigerte, eine Be-satzung in Castcmbuzar einzunehmen, daß er kein Pfund Pulver und keine Kug>den Flus hinauf lassen wolte, und daß er, wie der Rath zuverläßig benachrichtiget wor-den, den Herrn Bustey, den französischen Commendanten in Golkonda ersucht hat-te, mit allen den Truppen, so er zusammenbringen konte, zu ihm zu stoßen; hier-durch, sage ich, bewies der lOlabob deutlich genug, daß er die Absicht habe, Feindseligkeiten anzufangen, so bald seine Anschläge zur Ausführung reif wären. Es wurde da-her beschlossen, dem vom passier Ali Cawtt gemachten Entwürfe beizutreten, dem-selben aus allen Kräften zu unterstützen und die Angelegenheiten der Handlungsgrsi,schcsst dadurch auf einen vesten und dauerhaften Fus zu setzen. Der Rath kante dleFähigkeit des Herrn Llive, und hatte alle Ursache von der Welt, sich am das Ver-haken eines Offieiers zu verlassen, der so viele Proben von seiner Tapferkeit gege^hatte. Er erhielt Befehl, ins Feld zu rücken, und der Admiral besetzte LhandenaZ^/re mit seinen Seeleuten, um die kleine Armee des Herrn Llive auf diese Weise dur