Gsmbroon.
2Z6 XUl. Buch. Historie der ostittdischen Handlungsgeselschafien.
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Beichreibung Gombroott, oder wie es die im Lande Gebornen nennen. Bandet Abaßt,
der Handel- oder der Seehafen Abaßt, ist die nächste Niederlage. Diese Stadt, die unter demsthaftzu 27° 40^ der nördlichen Breite lieget, hat ihren Reichthum und Grösse der Zerstörungvon Ormuz und dem Fall des portugiesischen Reiches in Ostindien zu danken. Erwird setz» mit allem Recht für einen der grösten Handelsplätze im Orient gehalten, undist von dem grossen Shah Abbas angeleget worden, von dem er, wie einige dafür hal-ten, Bänder Abaßt soll seyn genennet worden, welches so viel heisset als, der Hof desAbbas. Wir wollen es der Entscheidung des Lesers überlassen, welche von diesen Ab-stammungen die natürlichste ist. Die Stadt lieget an einem Busen ohngefehr vier Mei-len nordwerts von dem östlichen Ende der Insel Aishmifh, und drey Meilen von deMberühmten Ormuz. Man meldet uns, daß sie ehedem nur ein Flecken gewesen, w»Fischer gewöhnet, und nichts zu bedeuten gehabt, bis Shah Abbas daselbst zu baue»angefangen ^). Die Engländer liessen sich hier ums Jahr 161 z nieder, da ihnen derShah Abbas, wegen der ihm wider die Portugiesen geleisteten Dienste, die Halste derZölle von diesemHafen abtrat. Dieses wurde durch einen phtrmaund bestätiget und auchgehalten, bis die Engländer die versprochenen Dienste anfingen zu vergessen, wodurch der-selbe jährlich bis auf tausend Tomans oder zz 3 3 Pf. ü Sch. 8 D. abfiel, die ebenfals schlechtbezahlet wurden, wenn es anders überhaupt wahr ist, daß die Compagnie von diesemZoll einigen Nutzen gehabt. Die Lage des Ortes ist schlecht, indem es demselben an al-lem fehlet, was zur Glückseligkeit oder auch nur zur Erhaltung des Lebens was beitrüget'Die Stadt ist gros und auf der Landseite mit einer Mauer eingefasset, die an vielen Or-ten durch Nachlässigkeit ganz zerfallen. Gegen die Seeseite sind einige kleine Bastio-nen angeleget, deren jegliche mit fünf Kanonen besetzt ist; ingleichen eine Brustwehrvon acht Kanonen, und ein Citadel, das mit fünfund dreißig schweren Kanonen besetzt ist,UM die Stadt sowol als die Strasse gegen einen feindlichen Ueberfall zur See zu decken-Die Häuser sind in den meisten Straffen so baufällig, halb eingefallen oder auch als eMSchutthaufen zusammen gestürzet, daß ein Fremder glauben solte, sie müsse von eineMbarbarischen Volke verwüstet und eingeäschert worden seyn. Es ist von aussen nicht eineSpur von dem Reichthum zu finden, der doch wirklich darin anzutreffen ist. Diezars oder Gewölbe haben gemeiniglich die Bamanen inne, deren Häuser auch in gut^Ordnung sind. Wenn die Bamanen gefraget werden, warum sich die Perser sonaOläßig in Erhaltung der Häuser beweisen, die von ihren Vorfahren mit so grossen Kost^erbauet worden, so pflegen sie zu antworten: weil sie gerne die Ehre haben wollen, sel^neue Häuser zu erbauen. Zu den Maliren der besten Häuser werden Steine gebrauch^die meisten Wände aber sind von Erde und Leimen. Viele derselben haben oben <M>dem Gipfel einen Luftzug, der durch das ganze Haus durchgehet, der zwar einem Venti-lator ähnlich siehet, in der That aber nur eine hölzerne Maschine von conischer Form ichSie nennen dieselben Windkamine, die nicht nur den Häusern eine Zierde beilegen,
dem auch der Bequemlichkeit und Gesundheit in den unerträglich heißen Jahreszeiten j
statten
A) Capital» -Hamiltott sagt. Saß der Ortvon den Portugiesen d.n Namen Gombroonoder Tomerong »um Spott erhalten habe, we-
l) HKIIÜItoil V»I. 1. p. ,4,;.
gen der kleinen Fische und Garnahle, die am bhäufig gefangen werden. Diese GattungSchellfischen nennen sie Lomerong