4.Hauptst. 2. Abs. Beschreibung der engl. ostindischett Niederlagen. 237
statten kommen. Die Monate, da die Leute in dieser ungesunden Gegend am meistenkränkeln/ sind der April und May gegen das Ende des Frühlingsäquinoctii, und der Se-ptember und Oktober im herbstlichen Aequinoctio. Mit Fischen und Schöpsenfleischsind die Einwohner wohl versorget. Reis wird aus Indren gebracht, und Waitzen istin solchem Ueberflus vorhanden, daß die gemeinen Leute hauptsächlich von Brodt undDatteln leben; was aber das Pilloe anlanget, so ist solches eine Kost für die, so vonbessern; Vermögen sind. Diese Gegend von perssen hat einen Ueberflus an schmack-haftem Obste. Apricosen, Pfirsichen, Granatapfel, Birnen, Mango, Trauben, Gua-das, Pflaumen, süsse Quitten, Wassermelonen sind hier im grösten Ueberflus und Vol-kommcnheit vorhanden. Nur die Apricosen sind klein, und wenn man zu viel davon istset, äusserst schädlich. Daher auch die Perser dieselben nur die Frankemödter nen-nen, weil die Europäer, welche die Gefahr derselben nicht kennen, öfters davon hinge-rissen werden. Die Datteln sind indes die Frucht, die diesem Lande und Arabien be-sonders eigen ist. Dieser Baum ist fast so ein Gewächse wie der Cocusnusbaum, nurdie Aeste desselben sind kürzer. Die Frucht hänget an kleinen Zweigen ganz dicke bis inden Gipfel des Baums unter den Aesten, und wenn sie reif ist, so ist sie eine wohlschme-ckende und gesunde Speise. Sie wird für esbar gehalten, so bald sie am Baum mürbeWird. Diejenigen Datteln aber, die man verkaufen will, werden zeitiger abgepflücket,und ganz feucht auf einen Haufen geschüttet, worauf sie in Ballen von hundert Pfundzusammen gepacket werden, und ihr eigener Saft durchsäßet und erhält sie auch. 'Al-lein alle diese Bequemlichkeiten werden durch den Mangel des frischen Wassers gar sehrüberwogen, womit die Einwohner von Asseen aus b), sieben Meilen weit, versorget wer-den müssen D), indem in der Stadt weder eine Quelle noch ein Brunn ist. Die Vor-nehmen halten sich beständig einen Kameel, der ihnen frisches und gesundes Wasser zu-sagen mus. Capitain Hamilton hat es als seine Muthmaßung vorgetragen, daß ei-ne von den Ursachen, die diese Stadt ungesund machen, in dem Zurückprallen der Licht-stralen von einem hohen gegen Norden liegenden Berge zu suchen sey. Sein Ausdruckhievon ist folgender: Wenn die Stralen von diesem Berge zurückfallen, so wird die Lufesäst ganz feurig, und machet zween bis drey Monate im Jahr die Lage dieses Ortes ganz^erträglich. Daher auch die Vornehmen sich aufs Land begeben, und der Hitze desJuntus, Julius und Augussus ausweichen. Selbst das Meer wird binnen dieserZeit von der Hitze angegriffen, so daß der Gestank desselben eben so unerträglich ist, alsbft Gestank vom Luder; und es wird derselbe vermehret durch die Menge Shellfische,bie von den Wellen ans Ufer geworfen werden, davon eine Ausdünstung entstehet, da-das Gold und Silber anläuft, und unerträglicher ist als das faule Wasser auf einemschiffe. Ohngefehr zehn Meilen von Asseeu, am Fus des vorhin erwehnten Berges,"eget ein Ort, Namens Minsa, wo ein natürlich kaltes und frisches Bad ist, das ge-scorbutische Zufälle, Flüsse und andere Krankheiten unausbleiblich gute WirkungArch baden thun soll. Da der Geschmack desselben widerlich ist, und auch die geringste^°uion davon zum Erbrechen nöthiget, so wird es zum Trinken nicht gebrauchet. Zu
Gg z Asseen
b) Lockper cli. 8. Hanttlton Vol. i. e.y.
kun^l -Hamilton sagt, daß dieser Ort von sey, und mit ihm stimmen öie besten Erdbe-
^ nchcn Meilen von Gombroon liege; Lo- schreibet' überein.
-er überversichert, daß er nur sieben Meilen da-