Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
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2 Z 8 XHl. Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeftlschaften.

Äfften hat die engländische Factorey ein Landhaus und Garten, dahin sich die Englän-der zuweilen begeben. Sie haben hier eine Anzahl feiner stvillisthen Orangebäumeerzogen, welche, ob sie wol sonst in diesem Lande nicht natürlich wachsen, dennoch durchdie Wartung die höchste Volkommenheit erlanget haben. Diese Bäume, davon nachund nach ganze Wälder angeleget worden, grünen beständig, und tragen zu gleicher Zeitreife und grüne Früchte mit Blüthen. Sie haben auch Tanks und Teiche mit frischemWasser, und überhaupt alles, dadurch die Hitze dieses Clima gemäßiget und das Lebenangenehm und vergnüglich gemachet werden kein.

H- 1-7.

Fortsetzung. Wir wenden uns nun wieder zur Stadt Gombrsstt. Sie ist überaus volk-

reich wegen des erstaunlichen Verkehrs, der hier sowol von den holländischen und englän-disehen Factoreien, als von den Landeseinwohnern getrieben wird. Die Franzsstn hat-ten ehedem hier auch einen Handel, sie musten aber ihre Knechte wegen eines Aufruhrs,der in den Angelegenheiten der Compagnie vorgefallen war, wegschaffen. Die englän-dische Factorey lieget nahe am Meer, etwas von der holländischen entfernet, welche einbequemes und feines neues Gebäude ist. Die Compagnie ziehet grossen Vortheil ausden Frachten. Denn da die Landeseinwohner keine taugliche eigene Schiffe haben, auchmit der Schiffahrt nicht umzugehen wissen, so bringen sie ihre Güther aus engländischenund holländischen Schiffen nach Surat und an andere indianische Märkte, aber um ei-nen ganz ausschweifenden Preis. Die Waaren, die zu Gombroon verkehret werden,sind schöne Weine von verschiedenen Arten, Rosinen, Mandeln, Kismisch, Prunellen,Datteln, Pistaziennässe, Ingwer, Seide, Tapeten, Leder, Lapis tutty, Galban, Am-moniac, Teufelsdreck, Tragacanth nebst anderm Gummi, und eine Menge Arzeneien,die in Butiquen verkauft werden. Diese Waaren kommen meistens aus TarmameN,und werden durch Caravanen nach Gombwon gebracht. Die engländische Compa-gnie hat eine kleine Factorey in der Provinz Tarmamen, sonderlich wegen einer sehtfeinen Wolle, die von den Hutmachern stark gebrauchet wird. Es ist nicht lange, dadie Handlungsgeselschaft den Vorsatz gehabt, eine Zucht von Ziegen nach St. Helenazu bringen, wir finden aber nirgend, wie es damit ergangen. Die Wolle dieser Thiereist dick, lang und weich, von röthlicher Farbe und so zart als Seide. Ohnerachtet dieEngländer keine Zölle entrichten, so hält doch der Shabander einen Bedienten beyder Factorey, der alles durchsuchet, was ans Ufer gebracht und den Kaufleuten übergebe«wird, die ihm gemeiniglich ein Geschenk geben, um der Plackerey zu entgehen, die er ih/nen sonst verursachen kan. Alle Privathandelsleute gemessen mit der Compagnie gleicheVorrechte, und entrichten jährlich zwey vom Hundert an die Compagnie, davon eins derAgent, das andere aber der Mäkler erhalt. Wenn ein Schifankomt, so schickt der Sh^bander demselben ein Boot entgegen, und käst sich erkundigen, wo es herkomme,.'was es ge-laden habe, und wem die Ladung zustehe. Wäre dem Shabander es darum zu thu«/der Compagnie ihre Privilegien zu durchlöchern, so würde er ganz unfehlbar von Vergabzen Ladung acht vom Hundert erpressen können; wie man solches aus dem Verhalte«der Schleichhändler siehet, als beide Compagnien in Kriea verwickelt waren C).

her

C) Herr Lockyer gibt in seiner Nachricht von den Vorrechten dieser Compagnie, die wir hssrder ostindischen Handlung eine Beschreibung von mittheilen wollen. Seit den Zeiten dieses Schr« '

steilere,