Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
250
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250 xm.Buch. Historie derostindischen Handlungsgefelschaften.

gelangen können. Ihre Münzen und Gewicht sind von dem suratischen nicht unter-schieden ch.

§. IZ2.

Zu Tellicher- Wir wenden uns nun nach Tellicherry, einer kleinen Niederlage, die der

r» und Anjew ostindischen Compagnie an der malabarischen Küste zustehet. Sie stösset an die Gren-zen der Sraaten des Adda Rajah , und ist mir einer steinernen Mauer, auf welcherKanonen stehen, bevestiget, und die Compagnie unterhalt beständig eine aus dreißig bisvierzig Soldaten bestehende Garnison. Der Ort, wo die Factorey lieget, gehöretesonst den Franzosen. Sie liessen ein von ihnen aufgeführtes leimernes Fort stehen,in welchem die Factore eine Zeitlang wohneten; einige Zeit nachher aber bauete dieCompagnie ein anderes mir grossen Kosten. Wir können indes gar nicht errathen,warum sie an diesen Bau so viele Kosten gewendet, da doch derselbe weder der Schif-fahrt noch dem Waarenlager zur Bedeckung dienet. Hinter dem Fort lieget die Stadt,die mit einer steinernen Mauer eingefaffet ist, die ihnen auch nöthig war, weil dieCompagnie mit dem Nckyer eine Zeitlang beständig Krieg führen müssen. IhrStreit ging im Jahr 170z an; wenn es aber auch dabey zu Schlägen gekommen, soist doch so wenig Blut vergossen worden; daß wir uns nicht dabey aufhalten dürfen-Der Nayer fordert einen gewissen Zoll von jeglichem Schiffe, das in seinen Häfenausgeladen wird: dieser aber wird öfters an den engländischen Präsidenten entrich-tet , wodurch der Streit zwischen ihm und dem Nayer erneuret wird. Die herrschendeReligion in der Stadt und auf dem lande ist die heidnische. Doch gibt es einige schwar-ze Christen, die unter dem Schutz der Factorey stehen. Die daselbst gangbarenMünzen sind Finams, deren fünfe ein halb Rupin, drey Rupi'ns ein Chequeen oderMagFerbee ausmachen. Maggerbees, Gubbers und Venetl'aner sind durchgän-gig von einerley Gewicht. Doch sind die erstem von einem blassem und nicht so gerei-nigten Golde, und machen nicht über drey Viertel gegen die Feinigleit der andern aus.In Ansehung ihres Gewichtes machen zwanzig pollams einen LNaund, und zwan-zig LNaund einen Landy aus. Der LNaund halt acht und zwanzig und ein halbPfund. Der vornehmste Handel bestehet hier, wie bey den andern malabaristhen Facto-reien vornemlich in Pfeffer und Cardamomen l). Zu Ansengo, unter dem 8° undz 0' der nördlichen Breite, hat die Compagnie ein anderes kleines Fort und Niederlage-Es ist dieses südwerts ihre äusserste Factorey an der malabarischen Küste. Das Fortist regulair, hat zwo Bastionen, die durch eine Courtine mit einander verbunden, bei-derseits aber mir Kanonen besetzet sind, und gegen das Meer ist eine Erhöhung gema-chet. Von der Landstike ist sie durch einen tiefen und breiten Flus gedecket, der, nach-dem er sich um den grösten Theil des Forts herumgeschlungen, etwas gegen Südenins Meer fält. Dieser Flus würde sehr nützlich seyn, wenn die Einfahrt nicht so stich*te wäre, daß Lastschiffe nicht fortkommen können. Es residiret hier ein Präsident mitdrey Räthen, die nebst einem Wundarzt und einigen Knechten die ganze Factorey aus-machen. Das Quartier des Gouverneurs ist innerhalb der Mauren des Fort, ist mitPalmenlaub und Matten gedecket, sonst aber auch ganz artig und zierlich. DieHauptabsicht bey dieser Niederlage ist, den Pfefferhandel zu fördern, der hier kleinkör-nig! und nicht so gut ist, als der, welcher weiter nordwerts gegen Lorwar gewonnen

wird.

0 S. die vorhin angeführten SchrW^-r-

«) Hmwksn Vul.c. c.H. Lsckxer c. 9.