4 Hauptst. 2 .Abs. Beschreibung der engl. ostindischen Medersagem
«wa zwischen achtzig und neunzigtausenv Einwohner in Madras, und in den Städten«nd Dörfern ihres Gebietes und unter der Jurisdiktion der Compagnie seyn. Darun-ter
*kn reiben karr, inwelchen die Arbeiter eine sechs«ns tiefe Grube machen, ehe sie auf eine Lage mine-kalischer Srcine kommen, die dem Eisenstein gleichsind. Diese Grube füllen sie mit Holz an, wel-kes drey bis vier Tage mit äusserster GewaltKennen mus. Wenn sie glauben, baß,sie.genug^Urchhihet sey, so löschen sie das Feuer aus, in-dsm sie plötzlich eine grosse Menge kaltes WasserMein stürzen. .Sie glauben, daß davon derStein berste, und die mineralische Rinde erwei-se: Wenn sich die Grube nun wieder abgeküh-lt, so graben sie alles weg, was sie können, und-wiederholen diese Operation so ofte, bis sie auf ei-Erdlage kommen, die gemeiniglich zwey bis'tey Feldweges weit unter dem Felsen hingehet.Die Erde graben sie weg, und wenn diese ihre^sinnig nicht befriediget, so graben sie tiefer, biso« durch das eintretende Grubrnwasser gehindertwerden, weiter zu gehen. Sie durchsuchen die Er-und zerschlagen die mineralische Rinde sehr^fällig. Zu dieser werden nun die Dianmn-ln gefunden, davon die meisten gros sind, undwenige leichter als sechs Mangelin wägen. Die^nner beklagen sich über die Gestalt der Dia»^ten„ die hier gefunden werden, sagen aber da-daß chr Flus so schön sey-, als irgend eines^dern. Da die Mmirer die Kunst nicht verste-M, durch Maschinen das Wasser aus den Grüf-Zu ziehen, so können sie ihr Glück nicht wei-^ Verfölgen. MadSeburg übertrist aller ande-^ Grüfte Diamanten an niedlicher Gestalt, kla-Flus und Durchsichtigkeit. Dem aber unge-Art sind einige federichl und gespalten, wiewol. ^ hohler nur von dem erfahrensten Juwelierscharfsichtigen Künstler erkanr werden können,sd lse Mine liefert Steine von verschiedener Grös-Gunter 10 bis 12. ein Mangelin, aber auch'I>»d le" einer sechs bis sieben MangelinS schwer
wen»
Das Wajstr umher ist so bösartig ,, daß.
and die benachbarten Nütionen ausnimt, alletz "e Ftrbxx und heftige hitzige Krankheiten da-z, dokonirnen, die sich mit einem schleunigen To-d^°?digen. Nach andern Absichten aber ist sieDbe>>s>° indem die Diamantader nahe unter derhe n der Erde lieget, und mirweniger Mü-»pn ^ Unkosten ausgearbeitet wird. Man hältsirs ^ daß ausser der Schädlichkeit des Was-chvtay ^ der Stadt in einein niedrigen undI >SM Grunde, und da sie mit Bergen um-
geben/ vieles zur Ungesimöheit des Ortes mit bet-trage. Es gibt noch andere Grüfte zu Lava-gambook, wo sie eben- so, wie zu Wazergerreund Munuemurg, einschlagen müssen. Der Feftsen ist zwar nicht so dichte und hart, aber die Er-de und Steine, die hervorgebracht werden, sind-von gleicher Beschaffenheit. Moorore, ein vonLurrure nicht weit entlegener Ort, liefert Stei-ne von gleicher Grösse, Gestalt und Flus. Die-se Gruft ist dem Kaiser allein vorbehalten, undhat darin was sonderbares, daß die Diamantenin schwarzer Erde gefunden werden. Melrvi lleeenthält Steine von fünfbis sechsen, die einMansgelln wiegen, bis zu solchen, davon jeglicher 05bis r 6 Mangelin wäget. Sie werden in einerröthlichen Erde gefunden, die st vest am Diamantsitzet, baß es last, als ob sie dieselben wie Zähneeinschneide. Dieser Umstand scheinet des Touro-neforrs Meinung von ihrer Vegetation zu bestä-tigen, oder vielmehr, daß sie vorher eine stößige'Gestalt gehabt. Die meisten Steine, die hier ge-sunden werden, haben eine dicke grobe Haut, ihr'Flus ist etwas gelblich und nicht st steinn,t und leb«'haft,als die in den andern Minen. Wenige oder gar'keine, die zu Melwillee-gefunden werden, ha§beiz eine reine chrissrallene Decke. Ein anderer'Fehler,. den sie an sich haben, ist der, daß sie in-der Arbeit leicht springen oder Risse bekommen.Einige von den Diamanten , die dem Auge Wei-zen ihrer Weisst am meisten schmeicheln, sind'kaum äussre Schl'eifmühle gebracht, st verrathen sie'ihre Betrügiichkeit, und zeigen zum grossen Verdrus-ses Eigenthümers, eine gelbe Farbe. Was ihnenindes am der Güte abgehet, das ersehen sie durch-die Menge; denn es ist keine Gruft in ganz Gol»konva st ergiebiges diese. Zn Vifuporrre oder'Visapore', einer andern zum Reich des Gros-mogul gehörigen Provinz, sind' funfzehen biszwanzig Diamantengrüfte gangbar. Diese gebenan Grösse, Gestalt, FluS und jeglicher andererSchönheit eben solche Steine, als die Grüfte inGolkonv». Dir grossen Diamanten sind st ge-mein nicht, und die Edelgesteine werden überhauptin wenigerer Anzahl gesunden. Die Mutter oderanliegende Erde ist in den Grüften verschieden/st wie auch die Bearbeitung der Grüfte, und dasAbwäsche» der Mllttererde. In beiden Provin-zen sind die Grubenfahrer, Schleifer und Kauf-leute, die damit handeln, durchgängig Heiden,
uns-