274 xui.Buch. Historie der ostindifchm Handlungsgeselschaftm.
sägt, daß die Portugiesen ausser den vierfüßigen Thieren allerhand geflügelte Thlett,Rebhüner, Fasanen rc. hieher gebracht, die nun in erstaunlicher Menge um die Bergeher anzutreffen waren. Ausserdem hätten sie eine Menge Obstbaume, Limonien, O-rangen, Pomeranzen gepflanzet, die sich wegen der Vortreflichkeit desClima so er-staunlich vermehret, daß viele sich eingebildet, als ob dieselben ein inländisches und na-türliches Gewächs der Insel wären Sie mögen nun aber eine Colonie hier angele-get haben oder nicht, so ist gewis, daß sie völlig verlassen gewesen, als die Holländer:dieselbe in Besitz genommen, und daß nicht Ein Portugiese auf der Insel gewesen, alsdie Engländer im Jahr 16oo Herren davon geworden ^). Nachdem die Englän-der sich derselben einmal bemächtiget, so blieben sie im ruhigen Besitz derselben bisins Jahr -67z, da die Holländer dieselbe in der Geschwindigkeit wegnahmen , aberauch die Frucht ihrer Eroberung nicht lange genossen. Denn sie wurde ihnen bald' nachher durch den tapfern Capitain Münden, tie. st drey ostinvianifchen Schiffen derHolländer, weggenommen, die damals im Hafen lagen, die zur Deme gewachst, dieHolländer aber von der Insel weggejaget wurden; von welcher Zeit an die Englän-der dieselbe ruhig besessen. Bey dieser Gelegenheit hatten die Holländer den Platz/wo man ans Land zu steigen pflegte, bevestiget, und die Batterien mit Kanonen bese-tzet , um eine Landung zu verhüten. Die Engländer aber fanden einen schmalen Bu-sen, wo nur zwo Personen neben einander durchkommen tonten, und wo sie in derNacht bis an die Gipfel des Felsen hinauf kletterten; und als sie sich des Morgenshinter den Bakterien sehen liessen, so geriethen die Holländer darüber in eine solcheBestürzung, daß sie ihre Waffen von sich warfen und sich auf Discretion ergaben-Diese Schlippe ist nach der Zeit bevestiget und der Eingang durch eine mit grossen Ka-nonen besetzte Batterie gedecket worden: so daß nun die Insel gegen alle regulaire Be-lagerungen und plötzliche Ueberfalle hinlänglich gedecket ist.
§. 147.
Ihre- Mkürlb Die Insel St. Helena hält ohngefehr ein und zwanzig Meilen im Umfang
che beschaffen-(Lockrer sagt zwanzig, und Capitain Kmne! gibt ihr achtMeilen in der Länge), undiM- Pas Land liegt so hoch, daß sie auf zwanzig Meilen weit gesehen werden kan. Sie be-stehet aus Einem grossen Felsen, der auf jeglicher Seite senkrecht in die Höhe stehestgleich einem mitten im Meer aufgebaueten Castel, dessen natürliche Mauren viel zu hochsind, als daß sie durch angelegte Leitern erstiegen werden könten. Es ist auch nicht diegeringste Oefnung daran, ausgenommen die kleine Bay, so die Capelle Valley Bay heißest
die
V) Es ist ehedem , sagt eben dieser Englan- eine Capelle mit einem artigen Gange z» Versesder , sonst ein Eremit daselbst gewesen, der sich ben gefunden. In derselben wäre gemahltehier niedergelassen und eine Menge Ziegen getöd- newand ausgehänget gewesen; sie hätte einenret, deren Häute er hernach an die PorMgie- rar gehabt, ein Gestelle mit zwey Trinkgesebirresfen verhandelt; sie hätten aber sowol ihn als eir und neben bey einen grossen viercckigten Sssiu-nige Schwarze, die ihre Wohnungen in den Gs- Am Altar hätte man das Bild der Zunapus
biegen aufgeschlagen, aus dem Wege geräu- Maria, die Historie von der Kreutzigung um
met i z). einigen andern gottseligen Gemählden, die niM
C) Lavenöisb meldet in seiner curieusen übe! gerathen, auf einer grossen Tafel gesehen
Rkssebcschrcibuug, daß er, als er hier angelanget.
*4) Harris S.