4'Hauptst. i.Abf. Beschreibung der engl. ostindischen Niederlagen. 275
die mir einer starken Batterie bevestiget ist, auf welcher fünfzig grosse Kanonen stehen,von welchen das Wasser bestrichen werden kan; und sie wird ausserdem nicht weniger der,theidiget durch das beständige Anschlagen erstaunlicher Wellen, die ohne andere Gegen-wehr«? die Landung schwer machen; und ein kleiner vorhin erwehnker Busen, wo zweenbis drey Mann mit einem kleinen Boot ankommen und ans Land steigen können, deraber jetzo durch eine Batterie ganz unzugänglich gemachet worden. Wie mm an kei-nem andern Orte als bey der Capelle Valley Anker geworfen werden kan, so ist auchselbst das Anlanden hier sehr mislich. Denn da der Wind immer von Südost wehet, so hältes sehr schwer, daß ein Schis, wenn es einmal den Schus bekommen, wieder zumHafen zurück kommen kan. Ohnerachtct nun St. Helena auf jeglicher Seite ein rau,her und unfruchtbarer Felsen zu seyn scheinet, so ist er doch oben mit einer Lage von fei-ner und mürber Erde, ohngefehr anderthalb Fus tief, bedecket, in welcher allerhandGetreide, Gras, Obst, Kräuter, Wurzeln und andere Gewächse, in der grasten Vol-kommcnheit und Ueöerflus wachsen, wenn anders nur der Flors der Einwohner derGüte der Natur zu Hülfe käme. Im Jahr 1Z85, als Lavendlsh daselbst war,war es einer der angenehmsten Plätze des Erdbodens. Das Thal, sagt er, wo dieKirche stehet, ist überaus angenehm; es ist so voll schöner Bäume und nützlicher Pflan-zen, daß es wie ein wohlangelegter Garten ausstehet, darin lange Gänge von Limo-uien, Orangen, Citronen, Granatapfeln, Datteln, Feigen und andern Bäumet»sind, die zu gleicher Zeit grünen, blühen und Früchte tragen. Kein grösseres Vergnü-gen kan man sich vorstellen, als. der angenehme Schatten derselben gibt, das vornParadis selbst nicht übertreffen werden kan. In einer gewissen Entfernung entsprin-Let eine chrystalhelle Quelle, die sich in viele Bäche vertheilet, davon verschiedeneTheile des Thals gewässert werden, und eine jegliche Pflanze und jeglicher Baum an-gefrischet wiM Ueberhaupt ist kaum ein leerer Platz zu finden. Denn was etwa dieNatur ledioMlassen, tzgZ hat die Kunst durch eine glückliche Nachahmung ihrer Werke^setzet. So erschien dieser bewundernswürdige Schauplatz, als Lavendrsh seineReise rund um die Welt that, und so könte er noch jetzo beschaffen seyn, wenn die Ett-Heländer nur halb so viel Fleis an denselben wendeten, als die Holländer an dasVorgebirge der guten Hofnung wenden D). Wenn man zu dem Felsen hinauf
Mm 2 ist,
.D) Diese Insel würde nächst der Insel Ti-unstreitig der angenehmste Ort in der Welk,^ für ein spc-culativisches Gemüth, das derT'Orge und Getümmel der grossen Welt rw'de ge-f^den, die angenehmste Netirade seyn, wenn"t der Umfang derselben grösser wäre, oberch'U sie von geselschaftlichcn Leuten bewohnet, und dem vesten Lande etwas näher läge,wenn wenigstens öfters Schiffe daselbst an>«wen. Das Clima ist ganz ungemein tcmpcrirt,^ 'stwsiimmend und gesund; das frische Wasserss der Erdboden fruchtbar, und alle ArtenFrüchten sind im grösten Ueberflus zu haben.
'st an Fleisch und Flügelwcrk, so wie-daccr an Fischen, unerschöpflich; und es feh-
let an nichts, das nicht durch die Kunst leicht er-setzet werden könte, wenn man sich der gehörigenMittel dazu bedienete. Als die --Holländer sichzuerst auf dem Vorgebirge der guten -Hof-nung niederlieffen, so war eS von der gegenwär-tigen Gestalt so unterschieden, als die Einbil-dungskraft sich kaum vorstellen kan. Dieses klu-ge Volk aber, welches die Wichtigkeit dieses Pla-tzes wohl begrif, entschlos sich, den unermüdetenFleis an dessen Verbesserung zu wenden, deswe-gen sie berühmt sind und hochgeachtet zu werdenverdienen. Die Schwierigkeiten, so sie über-winden musten, waren unzählig; da sie sichsaber einmal vorgenommen hatten, dieselben zuüberwinden, so bewiesen sie auch einen solchen
Fleis,