276 XM.Buch. Historie der ostiridischen Handlungsgeselschaftm.
ist, der die Grenze der Insel am Meer ausmachet, st bekamt man einen abwechselndenBlick von Hügeln und Thälern, davon jene durch die Natur mit vielerley Kräuternund Gewächsen bekleidet, diese aber mit schönen Plantagen von Obstbäumen und mitGarten gezieret sind, zwischen welchen die Häuser der Einwohner hin und her zerstreutliegen. Unterwerks aber in den Feldern gehen ganze Heerden Vieh, davon einige zuMGebrauch für die Schiffe und Insulaner gemästet, andere aber zur Milch, Butter undKäse gehütet werden, welches einen eben so reichen als angenehmen Anblick gibt.Ohnerachtet kein Land unter dem Hiimnel bessere Weißenerndten bringet; st ist dochdie Nachlaßigkeit und Unwissenheit der Einwohner (denn der Beschaffenheit des Climakönnen wir es nicht zuschreiben,) st gros, daß sie mitten unter dem Ueberffus Hungerleiden, und ihre Erndten gänzlich von den Mausen verzehret werden , die sich zum Er-staunen vermehren, und eben die Verwüstung anrichten, die an andern Orten durchHeuschrecken entstehet. Indes ist dieses ein Uebel, dagegen ganz gewis ein Mittel würdeausfündig gemachet werden können, stwot als gegen den Mangel des Weins, mitwelcher Waare sie jetzo durch die Schiffe der Compagnie, wie auch mit Mehl undMalz, versorget werden. Da die Insel zu sandig und die obere Erdlage zu dünne ist,als daß grosse Baume darin sollen Wurzel fassen können, st fehlet es gar sehr an Holz,und es müssen ihnen daher selbst ihre Häuser zugehauen aus England gebracht wer-den. Was aber das Unterholz betrift, st haben sie dessen st viel, als in dieser warmenGegend erfordert wird. Es wohnen auf der Insel 2 bis z oo engländische Familien,oder die wenigstens von engländischen Familien abstammen oder mit denselben verwandtfind. Einige französische Flüchtlinge haben sich gleichfals bewegen lassen, dahin zu ge-hen , um daselbst Weinberge anzulegen und Wein zn bauen, worin sie auch kemeswe-ges unglücklich gewestn sind. Eine jegliche Familie hat ihr Haus und Plantage aufden Anhöhen der Insel, wo sie ihr Zuchtvieh, Schweine , Ziegen , HMrvieh, Obst-
Fleis, daß sie aus einer unfruchtbaren und ver-achteten Wüste durch menschliche Arbeit und Blü-he eine der schönsten Niederlagen aus dem Erdbo-den machten^ und sie haben durch den Erfolgdargelhan, daß viele Maximen, die man in An-sehung der Pflanzung für wahr gehalten , grund-falsch gewesen. Unter andern hat man öfters be-hauptet, und es für was unmögliches ausgege-ben, daß der Wein in einem solchen Clima soltewachsen, oder wenigstens zu der Volkommenheitgelangen, daß er Trauben träget. Wir aberhaben gezeiger,. daß das Capo im Stande sey,einen Wein hervorzubringen, der nicht nur demspanischen, portugiesischen und französischen gleichkörnt, sondern der es auch verschiedenen von ih-ren Weinen zuvor thut, und nach einiger Mei-nung eben so, gut als jegliche Art derselben ist.Ihre rochen und weichen Weine sind stark, ange-nehm und gesund, wenn sie gehörig- ausgesegelt;;sonderlich aber der letztere,, der von Kennern sehrhochgeschätzet wird. Der Fleis dieser Nationvnd ihre grosse Erfahrung locken die französischen.
und engländischen Schiffe zum Capo, welchesvielleicht auch die Ursache ist, daß die CompagU^weniger Mühe an Sr. -Heien» wendet, und da-her auch weniger Vortheile davonziehet, als sonstvermuthlich geschehen würde. Zugleich ersiehtman daraus das gar verschiedene Genie undtürliche Neigungen derEnglänSen und HollsN-Oerr. Denn, wäre das Capo in die Hände unse-rer Compagnie gekommen,, so würde an die Nu-tzung, desselben nicht halb so viel seyn gewendtwordenund wäre St. Helena in den Hände'der -Holländer, so würden sie es gewis dcEinwohnern nicht an Brodt mangeln, und chauf die mißliche Lieferung von Wein warten 7'sen, wie sie sctzo wirklich thun. Kurz, sie )den sich wenigstens bemühet habe», die 'fer auszurotten, die ihnen ihre Landgewächß '-ssizehren, und die der Compagnie eben sodich als schädlich sind; wir zielen damit aus ,Manch,. die hier in solcher Menge voryal ^sind, alö kaum beschrieben ober geglaubekden kam
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