Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
279
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4. Hauptst. 2. Abs. Beschreibung der eng!, ostmdtschen Niederlagen. 279

^chkxit in den Sitten und Neigung zu allerhand Liebeshandcln mit den Bedienten derKindischen Schiffe, die daselbst einkehren, aufbürden wollen, wodurch das Bild, dasivir oben entworfen haben, gar sehr verdunkelt wird. Wir getrauen uns aber zu be-haupten, daß, so wahr auch dieses jn Ansehung einiger einzelen Personen seyn mag, so*Uus man doch überhaupt bekennen, daß die weibliche Zucht, Keuschheit und Unschuldder Sitten nirgend strenger als zu St. Helena beobachtet wird 8). Nur eins muszugestehen, nemlich, daß, wenn auch von den Weibspersonen zugegeben wird, daßlie verliebt sind, dieselben dennoch auf alle andere Grundsätze der Ehre sehr halten, unddie Ausschweifung, darein eine und andere Person dieses Geschlechtes hie und da gerätst,

Aus deswegen nicht allen andern zugerechnet werden. Sie sind nicht wie die lüderlicheirWeibspersonen in Europa geartet ; sie halten sehr auf die äußerliche Ehrbarkeit, undfind von der geistigen Raubbegierde frey, die sonst den Character einer Modehure aus«

Aachet. Sie nehmen an dem Vergnügen Theil, das sie andern verschaffen, und sehendky dem Genus desselben nicht auf ihren Nutzen; welches der einzige Umstand ist, derVerletzung des äußerlichen in die Augen fallenden weiblichen Schmucks eine Ent-schuldigung gewähren kam

§. 149 -

Wir eilen nun zum Beschlus dieser Nachricht von St. Helena. Nahe bey BeMis der^hapel Valley ist das Fort, wo der Gouverneur und die Garnison lieget; es bedeutet Nachricht vonaber dasselbe nicht viel, indem die Lage der Insel die vornehmste Stärke derselben aus- Helena.Machet. Der Gouverneur hält beständig eine Schildwache auf dem höchsten Theil der-snsel gegen der Seite der Fluth, welche auf alle ankommende Schiffe Acht haben und7 «von Nachricht geben mus, worauf Kanonen abgefeuert werden, welches ein ZeichenA/ ein jeglicher sich auf dem ihm angewiesenen Posten emstnden mus. Auf die^eise ist es unmöglich, Laß ein Schis solle in der Nacht ankommen, ohne daß den Tag?"cher schon Vorbereitungen dazu gemachet worden, da es unfehlbar schon gesehen wer«können. Diese Vorsichtigkeit, die allen andern Nationen so wohl bekant ist, ma«ß)et Insulaner gegen alle Ucberfalle sicher, und gibt unsern Seefahrern das Der-'Hügen, daß sie, sobald sie daselbst angekommen, alles, was zu einer freundschaftlichen-

Auf-

Die Hauptstadt, schreibet Lockrer, lieget^bapel Valley oder Capellenthal, wo vierzigfünfzig Häuser an einander liegen, darunterh?,.^""schhauser die merkwürdigsten sind, son-diejenigen, wo in der Familie ein paar ar-'Madgen sind, die den Matrosen gefallen,sich diese auf den Hügeln in ihren weissenKurzen sehen lassen, so sind sie sehr angenehmetz^stände für ihre Hansen, wie sie ihnen inben kommen. Euiige unter denselben ha-sidd ^"ige und gewinnende Bildung, lind sieav. .^^llch gut gekleidet, so lange die Schiffe da- sv bald aber diese wieder abgesegelt sind, so>b) Lockycr ^ccoums ok Inäla x. ;ok,.

ändert sich die Scene, urld sie laufen im Landebarfus umher, als ob sie niemals Schuhe ange-habt. Eben dieser Schriftsteller meldet'.ins, daßdie im Lande Gebornen eine Anzahl Schwarzhaben, deren sie sich zu ihren knechtischen Verrich-tungen bedienen. Wenn diese nun hart gehaltenwerden, so laufen sie ihren Herren davon, undverbergen sich ganze Monate unter den Felsen, inwelchen sie des Tages über stille liegen, in derNacht aber sich ihren Lebencvvrrath zusammenstehlen; welche Lebensart, obste wol sehr be-schwerlich ist, sie dennoch der Sclaverey vorzie-hen i6).