282 Xlll. Buch. Historie der ostmdischen Handlurigsgeselschaften.
Weltmeer; zu welchem Ende er von den Phöniciern sieben und vierzig grosse Sclstlssbauen lies. Mit diesen wolte er die indianischen Küsten genauer untersuchen, als bis-her geschehen war; er wolte dadurch Nachrichten einziehen, wo bequeme Hafen angele-get werden tönten: und endlich wolte er genaue Kundschaft von der Beschaffenheit unddem Werth der indianischen Waaren einziehen. Seine dritte Absicht war auf die Erobe-rung Arabiens gerichtet, wovon wir seine Bewegungsgründe nicht untersuchen wollen.Diesen Absichten dieses Helden und Staatsmannes haben die besten Erdbeschreiber, diezuverläßigsten Geschichtschreiber und die geschicktesten Philosophen des Alterthums, alleihre Kentnis von diesem Theil der Welt zu danken. Indes war unter allen seinen Unter-nehmungen die Reise des Nearchus, seines Admirals, aus der Mündung des FlussesIndus über die Küste von persren hin / durch den Meerbusen bis zur Mündung desEuphrat, unstreitig die merkwürdigste und brauchbarste zur Beförderung der Schssfahrt und des Commercii G). Allein der Ueberwinder lebete nicht so lange, daß er dieFrüchte von diesen weit gehenden Absichten eingecrndtet hatte, die nachher von einige"seiner Nachfolger durchgetrieben wurden, sonderlich von den pr-lemäem, welche Ale-xandrien zum höchsten Gipfel derHandlungsgröffs erhuben H).
§. r§2.
Fortsetzung. Der Reichthum, den dieses Commereium nach EgWtett zog, und welchen es ver-
mittelst dieserStadt, Jahrhunderte zu gemessen fortfuhr, war die Ursache ihrerGlückseligkeitund Unterganges zugleich; indem die Römer durch jene gereihet wurden, einen Handel a"sich zu ziehen, der unermesliche Reichthümer brachte, und dadurch sie ihre Seemachtgar sehr vermehren tonten. Von dem Werth, den dieser Handel in den Augen der Äl-ten gehabt, können wir aus der Wachsamkeit urtheilen, die sie anwendeten, alle Ein-griffe in denselben zu verhüten. Die Römer, nachdem sie unzählige Siege erhalte"
G) Diese Reise übernahm Nearchns nichtnur in eigener Person, sondern setz« auch eine sehraccurate und deutliche Beschreibung davon auf,die uns guten Theils vom Arrianus in seinerHistorie von den Thaten Alexanders aufgeho-ben worden. Gtrabo und Plinrus haben sichoft darauf bezogen, und sie ist von den berühmte-
' stcn Schriftstellern des Alterthums als die merk-würdigste Schrift in ihrer Art angesehen worden.
H) Da ptolemans Phrladelphus ausser-dem noch die Schwierigkeiten in Erwegung zog,die dem Commercio seiner Unterchanen in Ara-bien und Indien wegen Mangel bequemer Hä-fen im arabischen Meerbusen, im Wege stunden;so entfchlos er sich, diese Unbequemlichkeit zu he-
ben, da er eine neue Stadt an der SeiteIffhmus oder Vorgebirges, das sich iu das
the Meer erstrecket, anlegen lassen 17)wurde aber
ein zur Handlung bequemer Hafen.
Hafen, der Myos -Hormos hies, lag aufzehenhunderr Lradia von der neuen Stadt,
Ls
daraus mehr eine ferne Stadt, ^Denn v->f achs-die
den Namen Berenice, von seiner Mutter,^hielt. Dieser weise Fürst lies gleichfals verlas ,dene andere Städte zwischen Berenice und ^pros am l^il anlegen, die auf 260 .Meile» ^von lauen. Myos -Hormus aber, oder ^Mäusehafen, der nachher der Haftn der Ve-'genanc wurde, war der Stapel der indianü -.Waaren, und von da aus wurde der Handel »Indien getrieben >8).
17) ptolemäiiü setzt sie linier den r; Gr. 50 Minuten- Viä. Lab.
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