4-Hauptst. 2. Abs. Beschreibung der engl. ostindischen Niederlagen. 28z
und die erstaunlichste Monarchie aufgerichtet, die jemals in der Welt gesehen worden,wurden eine Zeitlang von dem indianischen Commercio durch die abentheuerlichen Er-zählungen der arabischen Kaufleute abgeschrecket, die zu derselben Zeit diesen Handel al-lein trieben. Endlich aber überwog die Liebe zum Golde eine jegliche andere Leidenschaft,und Augustus machte einen Anfang, eine Gemeinschaft mit Indien zu eröffnen. Eswaren aber weder dieses Kaisers noch seiner Nachfolger Versuche so glücklich, daß einunmittelbarer Handel dahin hatte eröfnet werden können. Als die Römer Herrenüber Egypten erst geworden waren, so wurde die Schiffahrt auf die Art fortgesetzet,daß sie an dem arabischen Meerbusen zu einem Hafen ohnweit dem Vorgebirge des Sia-Frus segelten, welches prolcmäus unter den i4° und 40^ der Breite verleget hat. Disist nun unstreitig die Spitze an der arabisthen Küste, so das Capo Fartak heißet, alsbon welcher die besten Erdbeschreiber eben diese Lage angegeben haben. Von hier aussegelten sie bis zur Mündung des Fluffes Indus, das ist, bis zur Insel partala, de-ren Arrranus so oft gedacht hat. Nachher wurde die Schiffahrt geändert,, indem einer,Namens Hypalus, unter der.Regierung des Kaisers Claudius einen kürzern Wegentdeckte. Dieser Mann, der darauf acht hatte, wenn der Tradewind wehste, wurdedadurch in den Stand gesctzct, auf einmal durch die Meerenge und über das indianischeMeer gerade nach parrala zu kommen; welche Seefahrt für so außerordentlich gehal-ten wurde, daß man nachher diesen Wind nach seinem Namen nante > ). Mit der ZeitMachten die Römer noch mehrere Entdeckungen, darin sie aber durch die Streifereiender Araber beständig gehindert wurden; welches sie nöthigte, außer ihrer vollen AnzahlMatrosen auch auf jeglichem Schiffe eine gewisse Anzahl Soldaten zu halten; ein Um-stand, der die Kosten der Reise gar sehr vermehret. Da sie aber endlich sahen, wasfür Vortheile aus diesem Handel gezogen werden könten, wenn er gehörig getriebenwürde: so wurden durch Vermehrung der Seefahrer alle Schwierigkeiten überstie-gt , und von Alexanderen aus ein jährlicher Handel bis an die Mündung des In-öfls auf folgendem Wege angeleget. Alle auf die indianischen Handelsplätze be-stünken Waaren wurden zu Alexandnen eingeschiffet; von da wurden sie nachAuliopolis, zwo Meilen davon, von hier aus aber auf den Nil-nach CsptHs ge-macht, welcher Ort nach den Tabellen des ptolemäus unter dem 25° 20" derEkelte und zoz Meilen diesem Flus aufwerrs lieget. War der Wind günstig:fo wurde diese Reise gemeiniglich in zwölf Tagen geendiget. Zu Loptus wurden, le- Schiffe ausgeladen und die Güther auf den Rücken der Kameele in acht Ta-nach Berenice gebracht, welches eine Strecke von 258 engländischen Mei-^ ist, woselbst sie in den Waarenlagern blieben, bis die Jahreszeit gestattete, ihrelgse fortzusetzen, welches mit dem Eintrit des Hundssterns geschahe; da denn^ Güther zum letztenmal eingeschiffet und die Schiffe gerade gegen die arabischeHuste gerichtet wurden, und sie kamen gemeiniglich am dreißigsten Tage zu Oceliswelches der Erdbeschreiber ptslemäus unter den zwölften Grad verleget hat,vbwol vermuthlich diese Lage zu weit gegen Süden angegeben worden. Zuweilen se-die Flotte nach Calla oder Mirza, welche Häfen beiderseits den arabischer»
Nn 2 Küster»
e) pliiiius H>4, nsr, 1,6. c. 2 ;,