5 .Hauptst. i.Abs Von der Holländer ersten Reisen nach Ostindien. 2-1
Städte, Brügge und Gent, reich und mächtig, dadurch war Antwerpen zum vor,nehmsten Marktplatz in Europa geworden; dadurch hatten ihre Bürger Paläste er,halten, und ihr Hafen war mit einer so unglaublicher; Menge Schiffe angefüllet wor,den, daß einstens vierhundert Schiffe zu gleicher Zeit den Anker geworfen i). Wieaber der Reichthum die Liebe zur Freiheit erzeuget, und die Mittel an die Hand gibt,der Einführung der Sclaverey zu widerstehen; so gaben diesem grossen Monarchen sei,Ne Minister den klugen Rath, daß, wenn er seine Unterthanen im Gehorsam erhaltenwolle, er denselben ihren Reichthum beschneiden müsse. Dieser Rath, nachdem ereinmal'genehm gehalten worden, wurde alsbald zur Ausübung gebracht, rmd so baldMan Antwerpen durch Gewalt der Waffen erobert, so wurden die Einwohner derge-stalt tractirct, daß sie sich mit dem, was ihnen übrig gelassen worden, lieber entfer-nen, als an einem Orte bleiben wolten, wo sie dasselbe nicht sicher bewahren könten k).Dergleichen Behandlung zog auch gleiche Wirkungen bey den reichen Kaufleuten undfleißigen Manufacturarbeitern in den benachbarten Städten nach sich; und damit sieder Sclaverey und Verfolgung entgehen möchten, so flüchteten sie allenthalben hin,wo sie sich nur einige Hofnung machten, daß sie würden in Ruhe leben, und GOttnach ihrem Gewissen dienen können A). Das waren die Wirkungen der spanischenKlugheit in der ersten Instanz. Die Nachbarschaft der vereinigten Provinzen, die'gelinde Regierungsart, die Freiheit von schweren Auflagen und die algemeine Relr'gions-dultung zog eine grosse Menge hieher, und von diesen liessen sich einige der reichestenund erfahrensten Kaufleute zu Amsterdam nieder, wo ihnen die Staaten allen ersin,flchen Vorschub thaten und die gröste Willigkeit bezeigeten, ihre Absichten, die sie zurVermehrung ihres zeitlichen Wohlstandes gefastet, zu fördern l). Diese verständigenUnd arbeitsamen Personen, die mit einander wohl bekant waren, und die mit den mei-sten Handelsplätzen in Europa Correspondenz hatten, fingen an Schiffe auszurüsten,Und, so viel damals in ihrem Vermögen war, den algemeinen Verkehr wieder zu be-leben, den sie sonst getrieben hatten. Da sie aber sahen, daß es sich nicht wolle thunlassen, ohne an den aus Indien kommenden Waaren Antheil zu haben; so besonnensse sich auf ein Mittel, dadurch ihre Absicht ziemlich' gut erreichet wurde, nemlich daßfle unter neutralen Flaggen Schiffe absendeten, welche diese Waaren im Hafen zu^istabon aufkaufen mussten Es wahrste aber nicht lange, so erhielten die spani-lssen Minister von dieser Correspondenz Nachricht; und weil sie des besten -Vorsatzes
Oo 2 waren.
i) Martin Shock Leleium kneäsr»ruin l,. s. c. I. k) Emamicl ritctcrcit Uiit.
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son I-tgvst LEs 89. Lburebil- Vex-L-S l'. z.
Amsterdam als an einen andern Ort in -Hol-land gewendet, weil sie nemlich daselbst einevöllige Gewissensfreiheit gemessen können, keinehöhere Abgaben, als die im Lande Gcbornen, ent-richten dürfen, und überdis eine sehr bequeme La-ge gehabt, alle Arten von Waaren aus den entle-gensten Gegenden von Europa zu erhalten undwieder dahin zu versenden -).
. Es ist dieser Punct von einem der gcschick-ltey Schriftsteller und grössesten Staatsmann,b?>ese Nation jemals gehabt, vvrtreflich aus-"uhret worden. Er zeiget die Ursachen an,die vornehmsten Kaufleute zu Antwer-als sie sich genöthigct gesehen, ihr Vater-- »u verlassen, lieber -Holland als England,oder Seeland zu ihrem Aufenthalt"ölen; ungleichen warum sie sich lieber nach
') De tvitt dlsxims vk Uollanä k. I. c. 10.