L94 xm. Buch. Historie der ostmdischen Handlungsgeselschafteu.
gen Unternehmung keine Zeit zu verlieren. Soll man die Wahrheit sagen, st mus mansichmehr darüber wundern, daß sie sich so bald muthlos machen lasten, da ihnen einige wenigeVersuche nicht gelingen wollen, als darüber, daß sie nach Erwegung aller Umstände ei>ne Expedition gewaget, die so eine schöne Aussicht gab, und deren glücklicher Erfolg le-diglich von der Geschicklichkeit und dem Muth der Personen, deren sie sich dabey bediene-ten, abhängig war, zumal zu einer solchen Zeit, da es weder unter den Ausländern, nochunter ihren eigenen Unterthanen, an geschickten Seefahrern fehlete, wie sie zu der Zeitbeschaffen waren 1).
§. iL8.
Es werden Nachdem nun ein hinlängliches Capital von einer kleinen Anzahl Kaufleute
drey vergeb!!, war zusammen gebracht worden, st ersuchte Bglrhajar LNoucheran, ein Seelander,che versuche der damals das Oberhaupt der Compagnie war, den Prinz Moritz und die Staaten
angestellet, um Erlaubnis, einen Weg nach China durch Nordost zu entdecken; die ihm auch wil-
lig gewähret wurde r). Es wurden sogleich vier Schiffe ausgerüstet, und die Directiondarüber wurde dem William Baretttz, einem sehr geschickten Piloten, der viel Ver-stand und grossen Muth besas, aufgetragen. Er segelte mit seinem kleinen Geschwaderden ZtenJunius 1595 (1594) ab, und kam bis zum ?8sten Grad der nördlichen Breite;und weil er seine Gestlschast nicht bewegen konke, langer in diesen Gegenden zu bleiben, soreisetc er den löten September wieder nach Amsterdam zurück s). OhnerachteL nundiese Reise fruchtlos ablief, st fiel doch auf den Bericht des Barentz und anderer, dieihn begleiteten, die Wahrscheinlichkeit, einen Weg durch die Meerenge Wygatz zu ent-decken, dergestalt in die Augen, daß der Prinz und die Sraaten in dem folgenden Jahreine Flotte von sechs Schiffen ausrüsten liessen, nebst einer Barke, die ihnen Nachricht^briu-gen solle, wenn sie die besagte Meerenge paßiret. Diese Flotte, die vom JacobHeemskerk und William Baketttz commandiret wurde, ging den rten Junius 159sunter Segel. Ohnerachtek man sich aber von derselben so grosse Hofnung machte, strichtete sie doch wenig oder gar nichts aus, indem sie in Zeit von fünf Monaten in Hol-land wieder ankam, mit der Nachricht, daß ihnen die Wilden gesaget hatten, daß ost-werts nach der grossen Tatars zu ein grosses Meer wäre, in welches sie einlaufen keil-ten t">. Dadurch wurden nun die Staaten abgeschrecket, auf algemeine Unkosten wei-ter etwas zu unternehmen, sondern liessen es dabey bewenden, daß sie demjenigen eineVergeltung V0M2ZOO0 Gulden boten, der diese Entdeckung übernehmen und ausführe"würde. Hierauf rüstete die Stadt Amsterdam zwey Schiffe aus, auf welche"Heemskerk und Baretttz, jener zum andern, dieser aber zum drittenmal es wägeten/und den i8ten May r z yö absegelten. Diese waren nun noch unglücklicher als die vo-rigen, indem das gröste von ihren Schissen an den Küsten von Nova Zembla verloh-nn ging, wo das Schifsvolk überwintern und folglich das unbeschreiblichste Elend aus-stehen muste, davon auch viele stürben, und unter andern auch Baretttz selbst, undzwar in der völligen Meinung, daß daselbst eine Strasse nach Indien zu finden sey-Heemskerk und die übcrbliebenen kamen auf zwo Lhaluppen, die sie aus den Trüm-mern ihres zerscheiterten Schiffes verfertiget hatten, im October 1507 wieder zurück.
Und
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