Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
295
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5.Hauptst. i.Abs. Von der Holländer ersten Reisen nach Ostindierr. 255

^nd dadurch wurden alle Gedanken, daß auf dieser Seite ein Weg werde entdecket wer-den können, eine Zeitlang aufgehalten ») D).

§. iLY.

«) Sallcngre Llllü ä'une Hiikoire llss ?rovincss uuies p. 6z.

D) Das Außerordentlichste, so sich auf dieser^glücklichen Reise zutrug, war eine astronomi-lche Entdeckung, welche, da sie an sich selbst merk-würdig ist, und zugleich mit den neuern Nachrichten2 vn der wahren Gestalt der Erde völlig übereinstim-met, dem Leser hier zu finden nicht unangenehm seynwird, wie sie in ihrem Tagebuch enthalten ist,das sie geführet, als sie zu Llova Zembl» über-wintert. Sie lautet folgendergcstalt: »Den ,4»Januarius 1597 war die Luft heiter und klar.»Heemskerk, de Veer und andere gingen den-»selben Tag am Ufer auf der Südseite von Nv,'-vg Zembla spazieren. De Veer, der eine»Seite vom Körper der Sonne wahrnahm, ging'woll Freude zurück, um diese Nachricht dem Ba-»rentz und den übrigen zu bringen. Barentz,»der ein sehr geschickter Pilot war, wölke es nicht»glauben, weil allen Ausrechnungen zu Folge die»Sonne erst vierzehen Tage nachher gesehen wer-den konte. Die übrigen versicherten ihn, daß»sie die Sonne gesehen hätten, und dieser Streit»Wachte, daß sie es auf eine Wette ankommen»liessen, wer Recht hatte. Den 25 und rüsten»war ein so grosser Nebel, daß keiner den andern»sehen konte, so, daß diejenigen, welche die Sache«leugneten, die Wette gewonnen zu haben glau-bten. Als aber am 2 7sten wieder heitere Luft»wer, so sahe die ganze Schifsgeselschast den völ-ligen Sonncncirkel über dem Horizont, woraus»denn geschlossen wurde, daß sie den L4sten dieses»Monats einen Theil davon gesehen hätten. Da»indes diese Entdeckung der Meinung sowol der»alten als neuern Schriftsteller, und, wie einige»dafür hielten, dem Lauf der Natur zuwider war,»Wrd mit der cirkeirunden Gestalt der Erde nicht"^stehen konte: so glaubten sie, daß viele der»Meinung seyn würden, als ob sie sich betrogen.»Die führeten dabey an, daß, da sie so lauge kein»Tageslicht gesehen, sie die Zahl der Tage nicht»Tenau möchten angemerket, sondern einige der-selbe» im Bette verschlafen haben möchten."VZeil sie aber dessen, was sie gesehen hatten, ge-»wjg >yaren, ss machten sie einen schriftlichen»^ussstz, uin die Welt davon zu überzeugen.»Aie sahen damals die Sonne zum ersten mal im»Wassermann im zo und 2;^, und nach ihrer»w>rigen Rechnung hatte sie im iW 2/ stehen»Müssen, ehe sie im 760 der Breite, wo sie darü) LoUeüion ok Voxazez unckensleen 1-7 rlre I

„mals waren, gesehen werden können. Sie be-»müheten sich indes, dasjenige, was ihrer vorsi-ngen Meinung zuwider war, zu vereinigen, und»die Wahrheit wegen Berechnung der Zeit heraus«zu bringen. Siel schlugen die Ephemerides oder„astronomischen Tabellen des Joseph Scala«nach, die zu. Venedig gedruckt worden, und die«mit dem Jahr i;8-- angingen und bis zum»Jahr 1600 fortgesetzet waren, worin sie fanden,„daß den 24sien Januarius, an eben dem Tage,»da sie die Sonne gesehen, der Mond und der»Jupiter um ein Uhr des Morgens zu Venedig»in Verbindung stünden. Diese Anmerkung„trieb sie an, nachzuforschen, um welche Stunde«in der Nacht diese beiden Planeten an dem Or-,.te, wo sie damals waren, in Verbindung stehen«musten, und sie fanben, daß solches fünf Stun-den später geschahe als zu Venedig, das ist, des„Morgens um sechs Uhr, und daß sie so in Ver-«bindung waren, daß der eine Planet gerade über«dem andern im Zeichen des Stiers stund.»Diese Conjunctiv» traf richtig ein nach dem Com-«pas nordnordostwcrts, und der Meridian des»Cvmpas war südfüdwestwcrts, und der Mond»war damals acht Tage alt; woraus sich ergab,„daß die Sonne und der Mond um acht NumbS»von einander stunden. Der Unterschied zwischen„dem Orte, wo sie waren, und zwischen Vene-dig, betrug fünf Stunden in der Länge, und bis„vorausgesetzt kan leicht ausgerechnet werden, wie»viel weiter sie gegen Osten waren als Venedig,„nemlich fünf Stunden, welches, wenn jegliche»Stunde zu i ;0 gerechnet wird, 750 ausmachet.»Und daraus ergab sichs, daß sie sich in ihrer»Rechnung nicht betrogen. Denn durch diese«zween Planeten entdeckten sie die wahre Länge,»indem Venedig unter dem Z70 der Länge„lieget; und da die Declination 40 beträget,„so folget, daß die Hütte in NlovN Asmbla un-»ter dem 11 rO 2;' der Lange und 760 der Brei-te gelegen. Alle diese Umstände wurden zusam-«men genommen, um die Welt zu überzeugen,„daß sie sich in ihrer Ausrechnung nicht geirret...Man'ersiehet daraus, daß der Unterschied zwischender ausgerechneten und wahren Differenz derWahrnehmung der Sonne, vierzehen Tage aus-gemachet 6).

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