Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
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z 54 xm.Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschaften.

schrieben, die ihnen ihrer Meinung nach unermesliche Geldsummen gekostet hatte. Umsich nun an den Urhebern dieses Misschlages zu rächen, so rüsteten sie eine Flotte vondreißig Segeln aus, die Befehl bekam, nach der Insel Macastär zu segeln, und dieStadt dieses Namens anzugreifen, in deren Hafen, wie sie wohl wüsten, eine portmgiesische Flotte lag, die reich beladen war, und an deren Ladung die Jesuiten grossenAntheil hatten >"). Den 7 ten Junius i56o griffen die Holländer Macastär zuWasser und zu Lande an; und ob wol der indianische Monarch seine Alliirten aus allerMacht vertheidigte, so erhielten doch die Holländer einen volkommenen Sieg, ve»branten drey portugiesische Schiffe, zwey versenkten sie, und eins eroberten sie, dasso reich beladen war, daß dadurch ihre Kosten, die sie auf die chinesische Gesandtschaftund auf diese Unternehmung gewendet, reichlich ersetzet wurden. Was aber den Hol-ländern noch weit rühmlicher war, ist dieses, daß der unglückliche König von Ma-castar genörhiget wurde, eine feierliche Gesandtschaft, deren Oberhaupt der König vonPope war, nach Batavia zu senden, und sich solchen Bedingungen zu unterwerfen/wie sie ihm von Generalgouverneur vorgeschrieben wurden, und die gewis hart genungwaren; indem er dadurch verpflichtet wurde, nicht nur alle Portugiesen aus seinenStaaten zu vertreiben, sondern auch zu versprechen, weder ihnen noch irgend einigenEuropäern den Zutrit und die Handlungsfreiheit jemals zu verstatten. Die Vestungund der Hafen Iompandam, samt dem District von drey bis vier Meilen rund uiwher, fiel in die Hände der holländischen ostindischen Compagnie. Die Jesuiten wur^den fortgejaget, ihre Collegia geschleifet, ihre Kirchen niedergerissen und ihre Güthekzum Vortheil der Compagnie confisciret. Und der König muste einen Abgesandten ntttansehnlichen Geschenken an den Generalgouverneur schicken, um die Ratifikation diesesso harten Tractacs zu erhalten") H).

§

m) Basnage banales äes krovmces Uiiies, kom. I. p. 624. 1,°) Tavernier Voyggss ^

laäes, k. 2. l. z. c. 19. Gcrvaise Oescriprinn billorigue äu Itnyauine äe dlacsxar p

H) Zn der einzigen Historie, die wir vondiesem Königreiche haben, werden uns die -Hotlänver als solche vorgestellet, die diesen Kriegauf eine ganz außerordentliche Art angefangen undfortgesetzet. Es wird angeführet, daß sie zehrnJahre vorher, und da sie noch einen ungestöhrrenHandel mit den Unterthanen dieses Monarchengetrieben, eine grosse Menge ihrer eigenen Lan-deskinder übergeschiffet, die sich in verschiedenenGegenden seiner Staaten niedergelassen, und die,als sie sich stark genug zu seyn erachtet, einenAufruhr angefangen, mit einem zahlreichen Heeraufgebrochen und den König in seiner Residenzplötzlich überfallen, in der Meinung, daß sie miteiner Armee und Flotte von Baravia aus beyihrer Unternehmung würden unterstützet werden;da aber dieselbe nicht so bald angekommen als sievermuthet, so hätten sich die Truppen des Kö-nigs, ob sie gleich so hämisch überfallen worden,so tapfer gewehret, daß sie in Gefahr gera-

df) v«krh>üon biltoiique äu Konsums äs Moaxar, p. 46. 47.

thcn, völlig niedergehauen zu werden. Wie st^aber auf der einen Seite des Flusses, und die Trup'pcn des Königs auf der andern Seite, ihr Lagftgehabt, so hatten sie wahrgenommen, daß in eNner gewissen Stunde in der Nacht die Svldass"ans Wasser gegangen, um zu trinken; woraufMittel gefunden, das Wasser zu vergiften nudadurch eine grosse Menge derselben hinzurichten'und dadurch hätten sie sich erhalten, bis dercurs angekommen wäre; wie sie denn a"durch einen besondern Artikel in dem geschlossen^Frieden ausgemachet, daß der durch sie anger'^tete Schaden nicht geahndet, dagegen aber aihre confiScirte Güther und Effecten wieder Heragegeben werden sollen. Da aber dieses Buch dVater Lcr Chaise, einem Jesuiten und Der /vater Ludewig des vierzehnten, zugesthrne ^worden, so ist die Zuverlässigkeit desselben si> "gemacht nicht; welches wir dem Leser mchc ^schweigen wollen 6 z).