5.Hauptst. 2. Abs. Von den Kriegen der Holländer in Ostindien. Z55
§. 198.
Allein, unmittelbar nach diesem ungewöhnlichen Glück erfuhr die holländische UnglücklicheCompagnie einen der härtesten Streiche, die ihnen nur seit ihrer Niederlassung und begebenheit^Ausbreitung in Indien widerfahren. Sie hatten zu dieser Zeit eine sehr ansehnliche ^ insclKolonie auf der Insel Formosa , einem der schönsten und fruchtbarsten Lander in ganz ''"rnussa.Üttdien, das an allen Lebensmitteln einen Ucberflus hat, das an kostbaren Waaren er,
Siebig ist, und dadurch Gelegenheit zu einem ausgebreiteten Commercio verschaffet.
Sie hatten zur Bedeckung ihrer Compagnie ein grosses Fort mit weitlauftigen Bcrstio,nen angeleget, und unterwerts nach dem Meer zu hatten sie eine andere Vestung, dieden Palast des Gouverneurs bedeckte, die aus zwo regulairen Bastionen bestund, ei-nen vorrreflichen bedeckten Weg und vier halbe Monde hatte, und alles war vermittelsteiner starken Mauer mit dem Fort verbunden, mir vielen Kanonen besetzet und von ei«der starken Garnison verwahret. Die Stadt war lang und breit, überaus wohl be-völkert ; und da die Einwohner vom siebenten Jahr ihres Alters an mit einer Kopf,steuer von einem halben Gulden für seglichen Kopf, beleget waren, so warf dieses soviel ab, daß davon alle Kosten dieser wichtigen Colonie bestricten werden konten.
Denn so kan sie mit allem Recht genennet werden, indem sie wegen ihrer Lage, da sie'
Nur vier und zwanzig Meilen von der chinesischen Küste und izc> Meilen von Ja-pan lag, mit beiden einen Handel treiben konte, der unaussprechlich Vortheilhaftwar») 2 ). Die Lhineser hatten nun im Jahr i 65 z einen tiefen Anschlag gemachet,die Holländer durch eine algemeine Meuterei) unter den gebornen Insulanern zu ver,derben, der aber nicht die gewünschte Wirkung that; denn sie wurde noch dcy Zetteltentdecket und der Ausbruch derselben verhindert. Dieses günstige Glück machte diese,
Vy r mgen,
v) Vvz-ages äe ls LompsZnie kies Iniies Oiientsles, eom. iv. p. rio. 2,i.
I) Es ist sehr schwer, dem Leser in dem engen, darein wir eingeschrenkct sind, einen solrchen Beriet von dieser Znsel, von der holländi-rfien Colonie auf derselben und ihrem erfolgten,"iust z„ ertheilen, der ihm faSlich ist und Ge-igen leistet. Dem allen aber ungeachtet müssenes wagen, weil in diesem Kapitel unserer Hi-lMc kaum etwas so verworren und gleichwol von^ grosser Wichtigkeit ist, als dieses. Die -Hol-ender nanten, nach dem Exempel der Portugre-lbn, denjenigen Theil der Znsel, wo sie sich nie-T^gelasscn, Formoßr, wegen ihres schönen Cli-vorrreflichen Gegend und ausnehmendenüruchrbarkcit des Landes 64). Die Lhineser''amen dagegen die ganze Znsel Tai-ovan, wel-ch^ Wort in ihrer Sprache so viel Heister, als dersste oder Vornehmste von zchcntauscndcn, welches^"leicht ein hyperbolischer Ausdruck ist, der jcine^^»iehung auf die in ihrer Nachbarschaft liegenden
fen lag auf der südwestlichen Sekte der Znsel, des-sen Mündung durch eine kleine Znsel gedecketwurde, woraus zwo Einfahrten entstunden, dieeine für gross"., die andere für kleine Schisse.Auf dieser Zusei legten die Holländer ihre ersteFortrcssc an, und gaben ihr den chinesischen Na-men Tai-ovan 6S); woraus eine grosse Ver-wirrung in den Berichten entstanden, die wirdurch diese Anzeige zu heben suchen. Weiter istzu bemerken, daß die Holländer, um mildenLhinesern zu handeln, sich ihre Geschäftigkeitzu Nutze zu machen, und von dem ihnen aufer-legten Tribut eine ansehnliche beständige Einnah-me zu haben, viele tausend derselben geduftet,die nach der letzten tatarischen Invasion hiehergeflüchtet, ihre Wohnungen rund um das hollän-dische Fort her gehabt, und die mit ihren Landes-
leuten auf dem vestc» Lande einen erstaunlichenVerkehr getrieben. So waren ihnen auch eine«n Znseln hat 6;). Der einzige bequeme Ha- grosse Menge geborner Insulaner untmhänig, an
welchen,
^4) k-unnole ; rm ls pri^o äs Leere Ille par le? Lliinols lar les ttalisnäol 3 , p, e. 65) Da
ttsläe Delceiprion äe l' Lmpire äs 1 s Liane, lvm. l. p. 177. 66) konnols dlezlixee, p. iz.