z 5 8 XIII. Buch. Historie der ostindischen Handluntzsgeselschaften.
§. 200.
Fortsetzung. Der holländische Gouverneur schickte ein Detaschcment von dreihundert und
fünfzig Mann aus, welche die Landung ihrer Truppen verhindern sollen, die auch allesthaten, was von ihnen gefordert werden konte; sie tonten aber nichts ausrichten, iivden; die (Lhmescr vierzigtausend Mann ans Land setzten. Diese schnitten gar bald dieGemeinschaft zwischen der Stadt und Insel ab; und als sie sich des benachbarten L"N-des bemächtiget hatten, so machte es LoxeriIa mit allen, die es mit den Holländertlhielten, eben so, wie eS Nrcolaus XVerdurgh, der im Jahr 165z Gouverneur ge-wesen, mit denen gemacher harte, die an dem Aufruhr Theil genommen; das ist, erlies sie unter allen ihm nur ersinnlichen Merkmalen der Beschimpfung und Grausam-keit, und ohne den geringsten Unterschied zwischen Alter, Geschlecht und Stand zubeobachten, hinrichten. Hierauf grif er die sämtlichen Aussenwerke auf einmal an, st,daß die Holländer einander nicht zu Hülfe kommen konten; daher auch die Vestungs-werke gar bald, obwol unter vielem Blutvergießen, verloren gingen, und der Gouver-neur sahe sich genothiget, sich in das Fort Seland zu ziehen t). Da der Ueberwinderdie Stärke dieser Vestung sahe, und wohl wüste, wie untüchtig seine Armee sey, Be-lagerungen zu unternehmen; so bedienete er sich des Herrn Ancon Hancbroeck, desAcltesten unter den holländischen Geistlichen, welchen er mit seinen Brüdern, zweckbis drey Schulmeistern und einigen der Angesehensten unter seinen Gefangenen, an dckGouverneur schickte, daß sie denselben zur Uebergabe der Vestung bewegen solten; nff-bey er versicherte, daß sie einen völlig freien Abzug haben, daß keinem HolländerHaar gekrümmet, oder etwas von ihren Güthern angerühret werden solte; würden staber diesen Vorschlag nicht annehmen, so solten sie ohne Barmherzigkeit mit destSchwerdt hingerichtet werden. Der Gouverneur sagte zu denen, die ihm dieses erlstueten, daß ihm ihr Unglück gar sehr zu Herzen gehe; allein, es wäre nichts in derV^möglich, ihn zu bewegen, seine Pflicht aus den Augen zu setzen, oder den Ort, dar»'er das Commando führete, in die Hände der Feinde zu übergeben. Mit dieser Ant-wort gingen sie zum Loxenga zurück, der, so bald er sie gehöret hatte, alle seine Ge-fangenen, Männer, Weiber und Kinder, hinrichten lies u). Als dieses geschehen wchlies er den besten Theil seiner Armee auf dreihundert Junken, welches eine Art ststleichter Schiffe ist, einschiffen, und mit denselben den Hafen einschließen; er aber
t) Ncuville Uiit. vnn Hall. 2. öeel. l. n. c. IZ,Oneniiüe- , Win. 10. p. L67-Z77.
zu unterwerfen 70). Als sie aber in noch nichtvöllig verflossener Monatsfrist von des LoxengaExpedition gewisse Nachricht erhielten, so schriebensie andere Briefe, trugen dem Gouverneur dasCommando wieder auf, lobeten seine Maasre-geln, und dankten ihm feierlichst für dasjenige,was sie ihm einen Monat vorher zum Verbrechengemacht hatten. Die Soldaten und Matrosenentdeckten ihre Gedanken hieven dadurch, da sieden Commodore nur -Hans ohne Gehirn nan-
u) Voyaxs lle !a Lvmpggms äes
die
ten, welchen Namen er auch bis an seine" ^behalten hat. Durch diese Anmerkung wird ,Leser in den Stand gcsetzct werden könne», leinen richtigen Begrif von den wahren UrsaE ^zu machen, daraus alles Unglück entstanden, "wodurch der StaatSrath bewogen worden, - ^eigenes unkluges Verhalten an einem Gouvcrnzu rächen, dem sie weiter nichts beimessen h"
alü daß er so unglücklich gewesen, das -OpstHrer eigenen verkehrten Anschlage zu werden 7
72) Basnage ^nwiler cies ?rovincer Vmeü, rom. 1. p, 671.
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