Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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359
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5. Hauptst. 2.Abs. Von den Kriegen der Holländer in Ostindien, z59

die Vestung von zwo Batterien, deren jegliche mit zwölf Kanonen besetzet war, be-schießen. In dieser Lage befanden sich die Sachen, als von Bacavia ein starkes Ge-schwader von neun Kriegsschiffen ankam, welches der Commodore Larven commandi-ere, der sogleich die beste Einrichtung machte, den Ort zu entsetzen. Er lies zu dem^nde alle amBord befindliche Truppen ans Land setzen; und als ein Theil von der Gar-nison sich an ihn geschlossen hatte, so grif er sechstausend Lhinestr an, die von einerbedeute gedecket wurden, darauf noch keine Kanonen stunden. Diese Truppen, dieWohl bewafnet und gut disciplinirct waren, empfingen sie in Schlachtordnung, und obwol die Holländer mit grosser Entschlossenheit fochten und den Angrif zu verschiedenen-Walen erneuerten, so musten sie sich doch endlich zurücke ziehen, nachdem sie vierhun-dert Mann verloren hatten w). Darauf befahl der Commodore seinen Schiffen, daßse sich mit Gewalt einen Weg in den Hafen öfnen solten; die Junten aber, die nichtim Wasser gehen, schlössen sich am Ufer dichte an einander, dahin sich die grossenschiffe nicht wagen durften; 'und als die Holländer sich ihnen nähern wolten, so Ver-ben sie zwey ihrer besten Kriegsschiffe, darunter eins auf eine Sandbank gerieth, undalles darauf befindliche Volk, dreihundert und achtzig Mann an der Zahl, wurde vonden Lhinesern niedergehauen; das andere wurde durch einen Schus, der in die Pul-dertonne fuhr, in die Luft gesprenget. Als der Commodore Larven merkte, daß erUnmöglich etwas weiter thun konte, so schickte er zwey seinerSchiffe nach Japan; undals sie daselbst zweihundert Weiber und Kinder, die in dem dasigen Fort gewesen, anBord genommen, so segelte er mit den fünf Schiffen, die von seinem Geschwader nochübrig waren, nach Batavia zurück, und stattete bey dem Gouverneur und StaatS-*uth einen genauen Bericht ab, von dem kläglichen Zustande der Sachen zu Formosä k).

§. 2Ül.

Diese Nachricht wurde mit einer tiefen Bestürzung angehöret, und man fas-ste sogleich den Entschlus, eine Gesandtschaft an den tatarischen Kaiser in China zu fv^mvsa'"landen, und ihn zu benachrichtigen, daß sie in Gefahr stünden, die Insel Formojä zu ° ^gieren, weil sie sich geweigert, den Lhinesern in ihrem Aufruhr beizustehen. WeilA aber auf den Erfolg dieser Gesandtschaft nicht bauen konten, so gaben sie Befehl,wnf Kriegsschiffe auszurüsten, und der Vestung zu Hülfe zu eilen. Der Gouverneur^jer vertheidigte sich so hartnäckig, daß der alte Sonja, des Loxenga Onklc,

Ichori entschlossen war, wenigstens mit dem Theil der Armee, den er commandirete,

^Ne Vorwitzen seines Neben die Belagerung aufzuheben. Ohnerachtet er nun seinErhaben sehr geheim hielt, so fastete doch Loxenga einen Argwohn wider ihn, wor-!wf er mit Beiseitsetzung aller nahen Anverwandtfchaft, den alten Sonja arretiren und!" eiserne Fesseln schlagen lies. Ohnerachtet nun die Pest und Hungersnoth in seinemwger wütete, so setzte er doch die Belagerung so muthig fort, daß der Gouverneur sichÜblich genöthiget sahe, sich zu ergeben, ohnerachtet er den erwarteten Succurs vors?gen hatte y). Er übergab also den Ort an die Lhineser, marschirte an der Spitze'^Ner noch übrigen Garnison aus; und als er mit derselben sich eingeschiffet, so kehreteI nach Baravia zurück, wo er statt des Danks, den er mit Fug und Recht vom^Neralgouverneur und Sraatsrath erwarten konte, in Arrest gebracht und in demsel-ben

w) Ncuville Mt, v,n »oU. 2. rleei. I, II. c. IZ r) Basnage /lnnglsr lies ?iovmcsz-umes

tl>m. I. p. 67z. v) Neuville Mk. van UvII. 2. cieel. I. II. p. IZ. Baenage ^nüalsz

Ä-i kravinces-unies wm. I. p. 67;.