5. Hauptst. 2.Abs. Von den Kriegen der Holländer in Ostindien. 367
andern europäischen Nationen, so sey es nicht unbillig, wenigstens besondern Beistand,und vielleicht mit der Zeit eine Hülssflotte zu erwarten. Er schlos seine Vorstellungdamit, da er ihnen zu verstehen gab, daß, so gefährlich auch der Krieg scheinen mochte,«s ihnen doch nicht schlimmer gehen könte, als bey dem neulichen Frieden, bey dessenlängerer Fortdauer die Compagnie gewiß nicht unterlassen würde, eine Eifersucht unterihnen zu erregen, die alsdenn Gelegenheit geben würde, einen nach dem andern von ihnensich unterwürfig zu machen, dahingegen eine genaue Vereinigung ihnen wenigstens dieMöglichkeit der Freiheit übrig liesse p). Diese Gründe hatten bey den meisten seinerNachbarn ihr Gewicht; denn sie begriffen gar wohl, daß alles, was er vorstellen lassen,der Wahrheit gemäs sey. Und daher traten sie nicht nur in eine Verbindung mit ihm,sondern bemüheten sich auch aufs äusserste, die ihnen zugetheilte Anzahl Truppen zu ver-schaffen, so, daß der König von Macastär, als das Oberhaupt des Bundes, schleunigein weit fürchterlicher Feind ward, als er je gewesen, und das um so vielmehr, da mandroh! sahe, daß er von diesem Vorsah nicht abzubringen war, und daß er erst ganz zermal-met seyn müste, ehe er sich unterwerfen und ein Vasall der Compagnie werden würde >i).Indem er nun diese Zubereitungen machte, so war die holländische ostindische Compagnieweder ohne Kundschaft noch saumselig; vielmehr rüsteten sie ein eigenes starkes Ge-schwader aus, an dessen Bord eine grosse Anzahl ihrer regulirten Mannsthaft war, undju gleicher Zeit trieben sie ihre Aliiirten in Indictt au, .so viel Schiffe, als ihnen nurMöglich, auslaufen zu lassen, und so viel Landtruppen aufzubringen, als sie konten;welches sie auch entweder zur Erfüllung ihrer Traktaten, oder aus Furcht vor der Com-pagnie, oder auch aus Privatfreundschaft thaten, ob sie wol ganz offenbar wider ihr na-türliches Interesse handelten, für welches der König von Macastar und seine Mieten!owol als für ihr eigenes stritten r). Geuung, es geschahe, daß sie dem erhaltenenBefehl zu Folge sich mit allem ersinnlichen Eifer rüsteten und an dem bestirnten Sam-melplatz erschienen, so daß der Admiral Speelman den achten Juuius mit sechzehenRossen Schiffen und vierzehcn Chaluppen von Amboyna unter Segel ging, an deren^ord sch Hülfstruppen befanden, die der König von palacca und Ternace gelie-bt hatten; und als er den i gten Julius des Morgens an der Küste ankam, so suchte^ sich einen Weg in den Hafen von Macastär zu eröfuen, wurde aber mit grossem Nach,ttlick zurück gewiesn. Denn weil der König zur Vertheidigung des Orts ein FortMte aufrichten lassen, so wurden die Holländer nach einer vier und zwanzigstündigenKanonade genörhiget, sich zurück zu ziehen. Wenig Tage nachher sties derjenige^heil der Flotte wieder zum Admiral, der durch einen Sturm war verschlagen worden,Und den zweiten August stieg er mir seiner ganzen Macht an einem Orte, der Glistonaus Land. Seine Armee bestund damals aus sechshundert Mann holländischer^uppe„, dreihundert Mann disciplinirten Indianern, die in der Compagnie Sold>"Mden, dreitausend Mann von Ternare und Louron, siebentausend Beugtes, acht-hundert Matrosen und zwo Fre-compagnien, die von den Capirainen Ionker undangeführet wurden. Allein die Macht des Feindes war ungleich starker, dennRelief sich wenigstens auf zwanzigtauseud Man, die unter dem Commando der klei-nen
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