Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
371
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5- Hauptst. 2. Abs. Von den Kriegen der Holländer in Ostindien. 371

dieser Vorstellungen ungeachtet durch dasjenige Mittel, welches alles möglich machet,ein neues Privilegium verschaffet, nemlich durch eine grosse Summe Geldes, die zu derZeit dem Scaak wegen seiner Umstände nöthig war, und in deren Betrachtung sie aber,

Mals ein Privilegium auf ein und zwanzig Jahr, von Anfang des i ü68sten Jahres angerechnet, erhielten y).

§. 209.

Es ist inzwischen merkwürdig, daß binnen diesem letzten Perkodo, davon bis, Was dabeyher geredet worden, die Compagnie, ohnerachtet sie ganz erstaunliche Unkosten gehabt, die interessm-vhnerachcet sie in ihrem Handel -durch den zweijährigen Krieg mit England gewaltig ten gewoun-gehindert worden, der ganze Flotten zur Bedeckung ihrer auskaufenden und einlaufendenSchiffe erfordert hatte, davon ihnen nichts destoweniger einige weggekappert worden:ohnerachtet sie den langwierigen Krieg in Indien wider den chinesischen Schneider undseine Nachkommen zu Formosa , wider die Portugiesen zu Ceylon und LNalabar,und wider den König von lNacastar und seine Mitten geführet; ohnerachtet sich auchdie Civilliste der Compagnie, wenn wir uns dieses Ausdrucks bedienen dürfen, vermehrret, welche, wie der Leser hernach vernehmen wird, so was erstaunliches geworden war,daß sie so viel wegfras, als der ganze Profit der Compagnie in ihrer ersten Haudluugö-Periode betrug; dass, sagen wir, aller dieser beschwerlichen Umstände ungeachtet, den-noch die Directorcs auf ihr Capital vierhundert und fünfzig vom Hundert austheilten,welches vierzig vom Hundert mehr war, als sie im vorigen Termin 1622 bis 1644 aus-getheilet hatten r). Wir können daraus abnehmen, wie wohl ihnen in Absicht auf ih-ren unmittelbaren Vortheil alle ihre Mühe vergolten worden, die sie angewendet, alleNebenhandler von ihren Handelsplätzen zu vertreiben, und wie viel die Compagniedurch ihre vermehrte Macht und Emflus gewonnen, ohnerachtet sie ganz erstaunlicheSummen aufgewendet und noch anzuwenden fortfuhr. Und daraus mögen wir weiter^theilen, wie gros der Verlust der Engländer und Portugiesen gewesen seyn müsse,vls welchen dieser Zuwachs war abgenommen worden, und wie wenig die Regierungenüj ihrem Vaterlands die Sache verstanden, da sie diesen Verlust um eines mislichen«riedens willen übernahmen, oder, welches noch schlimmer war, sich mit einer elen-den Satisfaction begnügten, und dadurch ihr eigenes Recht an Repressalien einschränk-en, wovon ihnen die Veränderung der Umstände oder eine günstige Vorsehung solche

Aaa 2 aus,

y) Savarp OiAlonsire äs Owmsrcs tvm.z. codier,pudligus äes kl'ovmcss t/nisz com. >. p. >6.

i) Janixon Ncat preleiic äs Is Le-

"^ollans bald würde seyn zu Grunde gerichtetWorden; gesetzt auch, es hätten diese Compa-gnien den Handel mit so grosser Emsigkeit getrie-' öaß, aller von Frankreich, England,'Schweden ? und den italiänischen Staaten^offenen Entschlieffungen ungeachtet, zu stöh-z» hindern und zu verhüten, daß auslan-"scle dAanufacturcn, folglich auch die holländi-"düre' in ihre Staaten gebracht werdendennoch eine jegliche von diesen Com-"Pg den, kleinen Umfang unsers Euro-grösser» Verkehr gehabt, als die ganze°>lche Compagnie jeho in dem ungleich grös-

„sern, mächtigern und reichern Asien sowol in»Waaren als in Gelde hat. Denn es kan nicht„geleugnet werden, daß der freie morgenlandische„Handel allein, die Heringsfischerey allein, und„der französische Handel allein, dem Staat und„gemeinen Wesen von Holland zehenmal mehr„einbringet, als zwölf bis sechzehcn Schiffe, die„jetzo jährlich von -Holland nach Ostindien gcr»hen, dem Staat und Einwohnern gewähren.,,Diese Stelle ist sehr merkwürdig, sie beziehet sichauf verschiedene eben so seltene als merkwürdigeFälle, und verdienet sorgfältigst gelesen und mitgrosser Aufmerksamkeit erwogen zu werden.